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Der Urvater
Von: Joel Schwarz

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Einführung in die sieben Gebote der Nachkommen Noahs
 
Die sieben Gebote für die Nachkommen Noahs sind eine vollständige Weisung, die den Menschen gegeben ist, damit sie wissen, wie sie ihr Leben recht führen können. Diese Weisung wird nach Noah, dem Gerechten, benannt. Sie heißt also nicht nach dem ersten Menschen, Adam, obwohl auch diesem alle Gebote aufgetragen waren bis auf eines, das erst Noah empfing. Aber Noah ist eben insofern der Vater der Menschheit, als von ihm alle Menschen abstammen, nachdem die Flut die Urmenschheit vernichtet hatte. Ihm wurde als erstem der Verzehr von Lebewesen gestattet. In diesem Zusammenhang wurde ihm ein siebtes Gebot aufgetragen: Das Verbot, ein Glied eines lebenden Tieres zu essen.
 
Diese Weisung, die noachitische Tora, wurde, obwohl sie schon seit der Erschaffung der Welt besteht, durch Mose am Sinai nochmals gegeben, da es für eine Weisung nicht genügt, dass sie vernunftgemäß ist und einen Anhalt an der Geschichte hat. Sie muss vielmehr als göttliche Weisung erkannt werden; ebendies ist am Berg Sinai der ganzen Welt offenbar geworden.
 
Maimonides schreibt:
 
„Jeder, der die sieben Gebote für sich gelten lässt und sich bemüht, sie zu tun, gehört zu den Gerechten aus den Völkern und hat Anteil an der kommenden Welt; er nimmt sie auf sich, weil Gott sie in der Tora geboten und durch unseren Lehrer Moses bekannt gemacht hat, dass sie den Nachkommen Noahs aufgegeben sind. Wenn man sie dagegen aufgrund vernünftiger Einsicht vollzieht, so gilt man nicht als Beisasse (hebr.: ger toschav), nicht als Gerechter aus den Völkern und nicht als ein Weiser (andere Leseart: sondern als Weiser d.h., dass er als Weiser betrachtet wird, aber so doch nicht zur Vollkommenheit gelangen kann, weil er all dies nicht aufgrund des göttlichen Auftrages tut.“ (Maimonides, Mischne Tora, Melachim 8,11)
 
Am Berg Sinai offenbarte sich Gott seinem Volk Israel mit der Absicht, dass der ganzen Welt Weisung zuteil werden sollte. Allerdings ist diese Weisung in einige Teile unterteilt: Sie beinhaltet einen Teil für die ganze Menschheit, die sogenannte „torat bne noach“, also die Weisung für die Nachkommen Noahs, und es gibt besondere Teile für Israel, das der Menschheit als priesterliches Volk zum Vorbild dienen soll - darum sind den Israeliten zusätzliche Gebote aufgetragen. Dem entsprechend gibt es einen Teil in der Tora für die Priester aus den Israeliten, die noch erhabener als ihre Volksgenossen sein sollen, da sie am Tempel Dienst tun. Dazu kommen bestimmte Abschnitte für den Mann und bestimmte Abschnitte für die Frau. Allgemein gesprochen heißt dies: Die göttliche Weisung ist der ganzen menschlichen Gesellschaft gegeben, jedem Menschen nach seinem Wesen und nach seiner Aufgabe.
 
Die Nachkommen Noahs empfingen die sieben grundlegenden Gebote mit ihren Einzelbestimmungen, und die Israeliten erhielten die zehn Gebote mit den 613 Einzelgeboten. Die Noachiten sind auf die sieben Gebote verpflichtet, jedoch nicht auf die übrigen Weisungen an die Israeliten; letztere einzuhalten ist ihnen freilich gestattet - bis auf einige wenige, wie das Studium der Tora in den Teilen, die die Noachiten nicht zu befolgen haben, oder aber das Halten des Schabbat in einer Weise, die unten noch besprochen werden wird.
 
Freilich ist es dem Noachiten gestattet, zum Judentum zu konvertieren; dies wird aber keinesfalls empfohlen, denn jeder, so wie er ist, kann den Willen seines Schöpfers erfüllen und ewiges Leben empfangen in der kommenden Welt. Deshalb halten die Weisen Israels Menschen davon ab, vorschnell zu konvertieren, und versuchen denjenigen zu überzeugen, dass es besser sei, nicht zu konvertieren, wenn man nicht völlig überzeugt und entschlossen ist.




   
   
 


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