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Handicap
Von: Rabbi David Kraus

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Gibt es Gott!? Wenn ja, warum gibt es dann Behinderte!?
 
Diese Frage hat mir keine ruhe gelassen! Warum ist mein Sohn Schwerbehindert!? Wieso wird er niemals zur israelischen Armee gehen!? Weshalb wird er nie heiraten und Kinder bekommen können!? Aber dann im Stadion neben Zachi und Ben als es um die Ehre ging, erhielt ich plötzlich die Antwort auf alle diese Fragen.
 
Heute möchte ich euch die Geschichte über Kobi und seinen Sohn Amit erzählen. Amit ist ein süßer kleiner Junge, sein Vater Kobi liebt ihn über alles.


Allerdings ist Amit sehr behindert, was für seine Familie natürlich schwer erträglich  ist. Kobi besuchte mich in meinem Büro und konfrontierte mich mit seinem Problem so: „Der Gedanke das mein Sohn nicht so wie alle anderen Israelis zur Armee gehen wird, macht mich fertig! Ich kann es nicht ertragen daran zu denken, dass mein Sohn niemals heiraten wird, niemals Kinder haben wird, niemals ein normales Leben führen wird.


Ich frage mich deshalb, warum Gott das meinem Sohn nur angetan hat!? Warum nur, warum hat er meinen Sohn als Krüppel auf die Welt gebracht!? Manchmal denke ich, vielleicht ist genau das der Beweis dafür, dass es keinen Gott gibt, schließlich habe ich   einen geistig schwerbehinderten Jungen!
Diese Fragen beschäftigen mich ununterbrochen! Doch was noch viel Schlimmer für mich ist, ist die Tatsache, dass ich darauf keine Antworten finde …“


Doch dann eines Tages erhielten wir beide die Antwort!


Kobi, Amit und ich machten einen Spaziergang in Jerusalem. In der Spielanlage in der wir herumspazierten und diskutierten, gab es auch ein kleines Fußballfeld.


Auf diesem Fußballfeld spielten viele Kinder und es herrschte dort wie bei einer echten Weltmeisterschaft eine richtige Endspielspannung. Es stellte sich heraus, dass die zwei Mannschaften eine Abmachung getroffen hatten: Der Gewinner bekommt vom Verlierer  eine Pizza spendiert … neben dieser Pizza war natürlich Ruhm und Ehre des Siegers von ausschlaggebender Bedeutung!


Das eine Team führte 6:2 und es waren nur noch 10 Minuten Spielzeit bis zum Schlusspfiff übrig.


Der Fußball rollte zu uns an den Spielfeldrand und Amit, stoppte ihn gekonnt mit seinem Fuß. Er hatte in seinem Leben bisher kein einziges mal Fußball gespielt, aber dennoch war in seinen Augen ein unbeschreibliches Leuchten zu sehen.


„Hey du, wirf mir dem Ball her!“ Schrie eines der Kinder zu Amit herüber.


Ich zögerte nicht lange und fragte den Jungen: „Du sag mal, kann Amit vielleicht auch mitspielen!?“


Währenddessen ich diese Frage stellte, hatte ich es bereits bereut, da ich ja weiß, wie gemein und herzlos Kinder manchmal sein können.


Der Junge schaute Amit an.


Er verstand, dass Amit geistig behindert war. Er sah auch, dass er mit Amit nicht wirklich eine Bereicherung für sein Team bekäme. Er blickte erst zu Boden, holte tief Luft und sagte: „Ich bin Ben, willst mit uns spielen!?“


Ben hatte also realisiert das sein Team weit zurück lag und deshalb ohnehin verlieren würde,  wieso also dann nicht auch Amit eine Freude bereiten!?


Amit lächelte und nickte sein Ja dazu! Es war das erste mal in seinem Leben, dass er ein Fußballfeld betrat.


Ein Junge aus dem gegnerischen Team fragte, wie es sein könne das sie einfach noch einen zusätzlichen Spieler mit aufs Feld stellten und dann auch noch ohne Sportkleidung. Ein Junge der neben ihm stand sagte zu ihm: „Mann, sei still du Dummkopf! Siehst du nicht das er behindert ist!? Und außerdem werden wir sowieso gewinnen …“


Und so spielten sie weiter.


Doch dann geschah etwas wunderbares. Das Team von Amit begann richtig guten Fußball zu spielen, und so schossen sie ein Tor nach dem anderen. 2 Minuten vor dem Schlusspfiff stand es 6:6. Amit hatte bislang noch keinen einzigen Ballkontakt, aber allein die Tatsache auf dem Feld mit der Mannschaft zu stehen berührte ihn sehr.


Und dann, im 16 Meter Raum stürzt der Stürmer aus dem Team von Amit durch ein Foul zu Boden - Elfmeter für sein Team!


Eine sicherere Gelegenheit um einen Treffer zu landen.


Zachi, der Spielführer der Mannschaft stand bereit um durch den spielentscheidenden Elfmeter das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.


Doch dann ging Ben auf Zachi zu und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Zachi schaute dann Amit an und rief: „Hey Junge, komm her, du schießt!“


Amit, - ihr erinnert euch -, spielte niemals Fußball.


Jetziger Spielstand unentschieden. Wenn jetzt ein Tor fiele, dann bekäme das Team von Amit die leckeren Pizza-Schnitten.


Ein Schicksalsmoment, wo es um die Ehre und Pizza geht, warum also jetzt einen Jungen an den Elfmeterpunkt stellen, der nicht mal weiß wie man einen Ball schießt!


Zachi und Ben erklärten Amit was er zutun hätte. Amit stand vor dem Punkt, blickte auf den Ball und warf auch einen Blick auf den Torhüter. Auch Ben warf einen Blick auf den Torhüter und der  schaute  Ben in die Augen, wobei sich in seinem Blick etwas verändert hatte, er schaute nicht mehr so verbissen ernst, sondern sein Blick war weicher geworden.


Amit lief auf den Ball zu  und  mit einem schwachen Schuss rollte der Ball in die Mitte des Tores.


Der Torhüter hätte diesen  Ball leicht halten können, aber er sprang  auf die Seite und der Ball kullerte ins Netz - TOR ! 7:6 für das Team von Amit! Amit war der Matchwinner, er schoss das entscheidende Tor!


Alle Spieler auf dem Feld, ja sogar die Mannschaft die verloren hatte, rannten Amit voller Freude entgegen und schrien: „Er ist groß, er ist groß, er ist groß …“


Auf einmal spielte es keine Rolle mehr, zu gewinnen oder zu verlieren. Alle rannten zu Amit um ihn zu beglückwünschen, sich mit ihm zu freuen, nach seinem ersten Fußballspiel.


Kobi der Vater von Amit und auch ich, mussten vor Freude weinen … Ich schaute Kobi an und sagte ihm, weist du noch was du mich, bevor Amit den Ball stoppte, gefragt hast: „Warum erschafft Gott auch Behinderte Kinder!?“


Warum!? - Weil sie das Gute aus den Menschen die um sie herum sind herausholen.


Ben, Zachi, der Torhüter und alle anderen Kinder haben ihren „Kampf“ vergessen, für ein paar Minuten wurden sie bessere Menschen. Plötzlich wurde ihnen bewusst, dass es noch etwas anders gab als wie sich selbst, als  einen Sieg, als Pizza oder Ruhm und Ehre.


In dem Augenblick, an dem du das bei dir selbst bemerkst, deinen Geist darauf einstimmst, - deinem Gegenüber etwas geben zu wollen, ihm Gutes teil werden zu lassen -, genau dann wirst du nicht mehr der sein, der du zuvor warst.  


Es gibt Gott. Gott war an diesem Tag bei den Kindern auf dem Fußballfeld. Wenn wir für einen Augenblick aufhören würden uns nur mit uns selbst zu beschäftigen, mit den Dingen die wir wollen und erreichen möchten, Sachen die wir verloren haben oder dabei sind sie zu verlieren, und stattdessen beginnen uns darauf zu konzentrieren wie wir unserem Gegenüber Gutes tun können - auch dann wenn für uns kein Profit daraus entsteht -  es also einfach nur so tun ohne in der Erwartung  einer Gegenleistung , dann werden wir die Wahrheit entdecken können!  


Gott befindet sich in jedem einzelnen von uns.


Wir müssen Ihn lediglich aus uns herauskommen lassen. 


Have a nice day,


Kobi, Amit und David

Klicken Sie hier und sehen Sie den Video-Vortrag dazu!!

 


 

   
 
 


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