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Auf Tuchfühlung mit dem Schöpfer    

Auf Tuchfühlung mit dem Schöpfer



Aus der Kraft des Glaubens bestehen wir und sind umgeben von der Schutzhülle des Schöpfers. Dieses Immunsystem ist notwendig ...

 



Jeder von uns ist sein Hobbykoch – der Chefkoch Nr. 1. Jeder von euch hat sicherlich schon einmal Wasser zum Kochen gebracht. In dieses heiße Wasser gibst du nun Kartoffeln. Diese Kartoffeln werden weich. Gibt man in das heiße Wasser Eier, dann werden diese Eier hart. Es ist dasselbe heiße Wasser, das die Kartoffeln weich kocht und die Eier hart werden lässt.

 

Was bedeutet dies auf das Leben im Glauben bezogen? Dass es nicht darauf ankommt, was für Gegebenheiten du im Leben hast. Das heiße Wasser ist eine Gegebenheit. Es kommt einzig und allein nur auf die Tatsache an, aus was du gemacht bist. Wenn du nicht aus Emuna gemacht bist und die Kraft des Glaubens nicht in dir haust; wenn bei dir zu Hause nicht Gott die Nr. 1 ist, dann wirst du in ein heißes Wasser geworfen, d.h. du verbrennst dich, dir geht es schlecht, du bist traurig, beleidigt, verzweifelt, wütend, aggressiv.

 

Aber aus was bist du wirklich gemacht? Aus Emuna! Du trägst die Kraft des Glaubens in dir und du bist stark. Sobald du in brennend heißes Wasser fällst, wirst du dich nicht verbrennen. Du wirst nicht traurig sein, nicht verzweifeln. Es kann ein bisschen unangenehm sein, denn wir sind ja alle nur Menschen, keine Superhelden. Superhelden gibt es nur im Kino. Das Leben ist keine Fiction. Das Leben ist Realität. Es ist einfach echt.

 

Es gibt Dinge im Leben, die sind unangenehm. Jemand, der krank ist, will lieber gesund sein. Jemand, der Schulden hat, will schuldenfrei sein. Jemand, der sich Kinder wünscht, will sich so gerne mit Kindern sehen. Jemand, der Single ist, dem ist seine Situation unangenehm. Er wünscht sich Mrs. Right oder Mr. Right an seine Seite. Das ist völlig verständlich. Es kann dir unangenehm sein, aber du verzweifelst nicht, flippst nicht aus und bist nicht traurig.

Aus der Kraft des Glaubens bestehen wir und sind umgeben von der Schutzhülle des Schöpfers. Dieses Immunsystem ist notwendig, weil wir in dieser Welt ins heiße Wasser geworfen werden. Deshalb dürfen wir nicht ausflippen, wenn unser Glauben auf die Probe gestellt wird. Visualisiere dir diesen Punkt mit den weichen Kartoffeln und den harten Eiern. Denn das ist das gleiche heiße Wasser, das etwas weich und zugleich hart werden lässt.

Wir geben oft der Gegebenheit eine zu große Bedeutung, einen zu großen Wert. Konzentriere deinen Fokus mit folgender Frage auf dich selbst: „Aus was bin ich gemacht? Was für eine Quelle haust in mir?“ Emuna!

 

In München begegnete ich einem netten türkischen Mann, der mein Schüler ist. Er fragte mich: „Du sprichst immer über Emuna. Aber wie bekomme ich sie?“

Rabbi Nachman aus Breslev verwendet einen Vers von König David und erklärt: „Warum glaube ich? Weil ich spreche!“

 

Du glaubst es, weil du mit Gott sprichst. Wenn du mit Gott sprichst, beginnst du automatisch zu glauben. Wenn du beispielsweise eine Person siehst, die du gerne näher kennenlernen und mit ihr befreundet sein willst, wie kannst du zu ihr eine Basis aufbauen? Man muss mit ihr reden und der Rest kommt von alleine, wenn sich zwei miteinander unterhalten und beide dabei aufeinander abgestimmt sind.

Dasselbe gilt für die Verbindung zwischen dir und deinem Schöpfer. Wenn du deinen Schöpfer näher kennenlernen willst; wenn du mit Ihm in Kontakt treten willst; wenn du eine enge Beziehung mit Ihm eingehen willst, dann führt kein Weg am persönlichen Gespräch mit Ihm vorbei. Gehe auf Ihn zu, rede mit Ihm, denn wenn du mit Ihm redest, erhältst du automatisch Emuna.

 

Wir sprechen täglich drei Gebete aus dem jüdischen Gebetbuch – das Morgengebet Schacharit, das Nachmittagsgebet Mincha und das Nachtgebet Maariw. Es ist wichtig, diese Gebete zu sprechen. Den ganzen Tag befindest du dich im Rhythmus dieser drei Gebete. Das persönliche Gebet mit dem Schöpfer in der Hitbodetut – dem Zwiegespräch in der Stille – führt automatisch zu Emuna. Und zu glauben bedeutet über die Emuna zu sprechen. Die Art und Weise, wie du artikulierst, wirst du erhalten.

 

Rabbi Nachman aus Breslev lehrt uns: „Wenn jemand eine Mizwa mit Freude tut, ist es ein Dienst dafür, dass sein Herz mit Seinem Schöpfer im Reinen ist.“

Erfüllst du die Mizwa mit Freude? Wenn nicht, ziehe die Schrauben in deinem Glauben nach! Dazu ist es nötig, dass du Hitbodetut mit deinem Schöpfer in der Stille hältst sowie das Morgen-, Nachmittags- und Nachtgebet. Für die Emuna ist es sehr wichtig, über den Glauben zu reden. Also bete, um die Emuna zu erhalten!

Du musst beides erfüllen – das persönliche Gespräch mit dem Schöpfer in der Hitbodetut und die drei festgeschriebenen Gebete.

 

Eine Frau hingegen ist dazu verpflichtet, nur eines dieser drei Gebete zu sprechen. Der Rambam aber erwähnt, dass eine Frau nicht mal eines der drei Gebete beten muss, wenn sie das persönliche Gespräch mit ihrem Schöpfer führt. Frauen befinden sich spirituell auf einem höheren Level als Männer. Sie besitzen schon das Erlebte mit Gott. Frauen müssen nicht andauernd darüber nachdenken, eines dieser festgeschriebenen Gebete an diesem Tag nicht rezitiert zu haben. Das muss sie nicht denken, denn sie trägt es schon in sich. Aber dennoch ist es für eine Frau empfehlenswert, täglich zumindest eines dieser festgeschriebenen Gebete zu sprechen.

 

Warum haben wir diese drei Gebete? Was ist der Unterschied? Das Hauptaugenmerk ist hier anders verteilt. Es gibt zwei Sachen, die wir uns durch ein Gespräch mit Gott versprechen. Die eine Sache ist, wie bereits besprochen, dass ich durch das persönliche Gespräch eine Beziehung mit meinem Schöpfer eingehe und diese auch bekommen werde. Durch das Gebet erhalte ich eine enge Beziehung mit meinem Schöpfer. Warum? Kommunikation verbindet!

 

Die andere Sache ist, wie Rabbi Nachman aus Breslev sagt, dass jedes Wort im Gebet ein Gefäß ist, das wir bauen und schaffen. In dieses Gefäß fällt alle göttliche Erleuchtung vom Himmel herunter auf alle Lebensbereiche. Gesundheit, spirituelle Erleuchtung, Erleuchtung im Wissen, Erleuchtung in der Weisheit, Erleuchtung in der Ehe, Erleuchtung in der Erziehung, Erleuchtung im Job usw.

Je mehr ich bete desto größer werden meine Gefäße. Es ist sehr wichtig, dass wir Gefäße besitzen.

Gott kann dir alles geben. Warum gibt Er es dir dann nicht? Weil du nicht zu Ihm kommst und es dir bei Ihm abholst. Wir müssen es abholen, was Gott uns gegeben hat. Wie holen wir es ab? Mit unseren Gefäßen!

 

Wenn jemand ohne ein Gefäß kommt, dann kann er auch nichts mitnehmen. Stell dir beispielsweise eine mobile CocaCola-Trinkstation vor. Wenn du mit einer 1 Liter Flasche hingehst, weißt du, sie füllen dir 1 Liter CocaCola ab. Wenn jemand nur mit einem kleinen Glas kommt, kriegt er nur dieses kleine Glas abgefüllt. Kommt hingegen jemand mit einem 20 Liter Ballon, dann erhält er seine 20 Liter CocaCola. Mit dem Gefäß, mit dem du dort antanzt, wirst du auch abgefertigt.

Dasselbe gilt auch auf den Glauben bezogen: Das spirituelle Gefäß, das du zu Ihm bringst, mit dem schickt Er dich auch wieder nach Hause. Wie erbauen wir diese Gefäße? Durch Gebete! Das Hauptaugenmerk aller drei festgeschriebenen Gebete ist das Erschaffen dieser Gefäße. By the Way gelingt dir auch deine Beziehung mit dem Schöpfer.

Bei dem spirituellen Gespräch – der Hitbodetut – ist das Hauptaugenmerk auf die persönliche Beziehung mit dem Schöpfer gerichtet. By the Way schaffst du auch Gefäße, denn du sprichst ja regelmäßig mit deinem Schöpfer der Liebe und des Lebens.

 

Es ist wichtig, diese drei Gebete intensiv zu beten, denn auf diese Weise schaffen wir diese spirituellen Gefäße. Wenn ich mit Herz bete, mit meinem ganzen Sein, dann ist es ein intensives Gebet. Ebenso wird das Gefäß intensiviert. Es ist dann sozusagen kein Standardmodell mehr, weil das Gebet bewusst, emotional und voller Gefühl ist. Je inniger das Gebet mit dem Schöpfer ist desto intensiver wird das festgeschriebene Gebet. Wenn z.B. ich bete, ist es für mich, als wenn es meine eigenen Worte sind – aus ganzem Herzen.

Bei der engen Beziehung zum Schöpfer senden wir Signale an unseren Schöpfer. Diese werden von Ihm zurückgesendet. Das Gebet wird inniger.

 

Oft sieht man Menschen, die einen Siddur – das jüdische Gebetbuch – in der Hand halten, und es scheint so, als ob sie dabei ein bisschen verkrampft sind. Die Übung bringt den Glauben. Du wirst merken, dass du eine echte Beziehung zum Schöpfer hast.

 

Neulich in Hannover hat mir jemand etwas erzählt, das mir völlig neu war. Er wollte von mir eine Antwort. Ich sagte ihm: „Ich muss erst einmal mit Gott darüber reden und dann gebe ich dir eine Antwort.“

Er lachte darüber, weil er es amüsant fand, dass jemand so spricht. Aber er merkte, dass ich es ernst meine. Alles, was ich in meinem Leben höre, berede ich mit Gott.

Du musst wissen: Wenn du dich nicht von Gott distanzierst, stattdessen also dein Herz vor Ihm ausschüttest, dann wird Er dir auch helfen.

Deswegen erzähle ich alles meinem Schöpfer, denn dann leitet Er mich. HaShem ist so gut!

 

Es ist schön, dass wir unseren Schöpfer haben. Wer mit dem Schöpfer lebt, der hat auch ein Herz für die Mitmenschen.

Hervorragend beschreibt es die folgende Geschichte von Rabbi Schneur Salman, auch bekannt als der Baal HaTanya, dem Begründer der Chabad-Lubawitsch-Bewegung. Sein Enkelsohn lebte bei ihm im Haus auf der unteren Etage. Eines Abends war der Enkel – Rabbi Mendel – am Studieren der Tora. Rabbi Salmans Wohnung befand sich im Obergeschoss. Der Urenkel saß direkt neben seinem Vater, Rabbi Mendel. Das Baby begann wie eine Sirene zu schreien. Der Papa saß direkt neben es, aber er hörte das Schreien seines Sohnes nicht, weil er so sehr in das Torastudium vertieft war. Der Großvater, Rabbi Salman, hingegen hörte das Sirenengeschrei bis in seine Wohnung im Obergeschoss. Er ging ins Untergeschoss und nahm das Baby auf den Arm. Rabbi Mendel bemerkte es, war verwundert und schockiert: „Ich war so vertieft in das Studium, dass ich dabei das Schreien meines Kindes nicht vernahm.“

Sein Vater antwortete: „Danke, Gott, dass ich nicht müde bin“ und sprach zu seinem Urenkel: „Du brauchst nicht weinen, weil ich vielleicht weniger in mein Lernen vertieft war. Auch ich war sehr vertieft in mein Studium. Aber wenn ein Mensch schreit, weint, ihm etwas weh tut, das verhöre und versehe ich nicht. Dann lass ich alles stehen und liegen und kümmere mich um den Menschen jetzt.“ Was für eine Message!

 

Jeder kennt es, wo man gerade gedanklich so vertieft war, dass man nicht bemerkte, was gerade neben einem passiert ist.

Ich helfe dem Menschen, damit er aufhört zu weinen. Ich helfe dem Menschen, um ihm als Trost und Schmerzlinderung zu dienen. Dein Problem ist auch mein Problem.

So ist es auch mit der Tora. Es geht nicht um das Wissen der Tora. Tora ist das Buch des Lebens. Was du gelernt hast, musst du in deinem Leben umsetzen.

Du siehst, es geht jemandem schlecht? Schenke ihm Licht! Rede mit Gott! Es gibt nichts, was für Ihn nicht erreichbar ist. Er empfängt dich ohne Vorwürfe.

 

Möge Sein Name für uns alle als Schmerzlinderung dienen, auf dass wir ein schönes und herrliches Leben im Licht voll des Glaubens haben, Gesundheit und ein Glücklichsein. Amen, so sei es!





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