10 Siwan 5778 / Donnerstag, 24. Mai 2018 | Thora-Parascha: Nasso
 
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Rauchen und Judentum    

Rauchen und Judentum



Es würde mich sehr interessieren zu erfahren, wie das Judentum zum Rauchen steht. Ist es aus halachischer Sicht erlaubt Tabak zu rauchen?

 



Frage: Sehr geehrter Herr Rabbiner David Kraus! Es würde mich sehr interessieren zu erfahren, wie das Judentum zum Rauchen steht. Ist es aus halachischer Sicht erlaubt Tabak zu rauchen?

Antwort:  Shalom! Vorab möchte ich betonen, dass ich mich sehr über Ihre wichtige und auch sehr aktuelle Frage gefreut habe. Doch nun zur Antwort:
 
Zunächst einmal muss man im Bezug auf Tabak deutlich machen, dass der Konsum jeder Drogenart, also auch Rauschgift in Form von Tabak - aus halachischer Sicht grundsätzlich verboten ist! Bei normalen Zigaretten gibt es daher ebenfalls eine deutliche Tendenz, die auf ein Rauchverbot hinweist. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Gott gab uns die Tora, damit wir Dank ihr - also durch die Ausschöpfung und Einhaltung aller der in ihr befindlichen Weisheiten - ein wunderschönes Leben auf dieser Erde leben können. So wie es heißt: „Darum sollt ihr Meine Satzungen und Meine Rechtsbestimmungen halten, denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben“ (3. Buch Moses, Kapitel 18, Satz 5) Demnach muss sich jeder Mensch von allem was sein Leben erschweren bzw. verkürzen könnte fernhalten, so wie es heißt: „So bewahrt eure Seelen wohl“ (5. Buch Moses, Kapitel 4, Satz 15)
 
Zigarettenkonsum schädigt einen Menschen gesundheitlich zweifellos erheblich. Daher vergeht sich ein starker Raucher - gewissermaßen mit jedem Zigarettenzug - an dem oben aufgeführten Gebot Gottes. Deswegen darf halachisch gesehen solch ein Mensch nicht als Trauzeuge oder dergleichen fungieren, da es sich bei ihm ja aufgrund dieser Verfehlungen um keinen gottesfürchtigen Menschen handelt. Das Schlimmste dabei ist, das er diese Verfehlungen in der Öffentlichkeit begeht. Dadurch gibt er jedem das Gefühl, Rauchen sei moralisch einwandfrei und gesundheitlich völlig unproblematisch. Das schreckliche Ergebnis dieser egoistischen Handlungen sehen wir an unserer Jugend. Viele Zwölfjährige rennen nämlich heutzutage mit einer - wie es im Slang der Straße heißt - Kippe herum.
 
Einige der Poskim - also der Thoragesetzausleger - wollten allerdings trotz dieser Tatsachen, nicht jeden Raucher disqualifizieren und erlaubten aus halachischer Sicht einen täglichen Zigarettenkonsum von bis zu max. zehn Zigaretten. Ab der Zehnten sind sich dann allerdings alle darüber einig, dass ein Mensch fahrlässig mit seinem und dem Leben anderer umgeht. Diese max. zehn Zigaretten dürfen allerdings keineswegs in der Öffentlichkeit geraucht werden, da ein Raucher dadurch - wie bereits gesagt - zur Schau stellend demonstriert, dass man sich an dem Wort Gottes vergehen darf. Demnach dürfen Zigaretten nur an einem Ort geraucht werden, an dem man keine Nichtraucher belästigt. Das heißt, ein Raucher, der ja fahrlässig mit seiner Gesundheit umgeht, darf sich nicht das Recht herausnehmen, andere Personen in die passive Raucherfalle zu setzen oder sie in diese gesundheitliche Gefährdung ziehen.
 
Ich denke, die bisherigen Aufführungen machen deutlich, dass das Judentum vom Grundsatz her gegen das Rauchen ist. Bestätigt wird dies durch die Meinungen unserer Weisen, die weder selbst rauchten, noch dafür plädierten.
 
Rabbi Nachman aus Breslev äußerte sich diesbezüglich eindeutig, indem er das Rauchen schlicht und ergreifend verbot. Denn neben den körperlichen Schädigungen muss ein Mensch mit jeder Zigarette ebenfalls unbeschreiblich schwere Schläge - auf spiritueller Ebene - einstecken.
 
Beispiel: Ein Raucher wird niemals die Gebote, den Schabbat zu ehren und sich an dem Schabbat zu erfreuen, erfüllen können; denn sein gesunder Menschenverstand wird durch die Raucherei nur krank. Anstatt den Schabbat zu Ehren, indem er sich beispielsweise an ihm erfreut, sehnt er sich nur nach dem Ende der für ihn Hölle ähnlichen „Rauchverbotszone“ Schabbat - Gott behüte. Er hat dabei nämlich ständig nur eines im Sinn: sich endlich eine Zigarette anzünden zu können. Diese krankhaften Gedanken haben wiederum zur Folge, dass er den gesamten Schabbat hindurch aggressiv und unruhig ist.
 
Des Weiteren führt das Rauchen zur Einbildung, der Rauch einer Zigarette wirke beruhigend auf das Gemüht! Dies ist natürlich absoluter Schwachsinn! Statt sich an Gott zu wenden und Ihn um Hilfe zu bitten, oder sich bei seinem Mitmenschen zu entschuldigen, zündet er sich eine Zigarette an und meint: „Also jetzt habe ich alles wieder im Griff.“ Dem ist allerdings nur im bestmöglichen Fall so, denn in der Regel spornt ihn seine Zigarette nur noch mehr zu Fehlaktivitäten an.
 
Zusammengefasst bedeutet dies aus der Sicht des großen Rabbi Shalom Arush, dass ein Mensch die Finger vom Rauchen lassen sollte! Wem dies allerdings - aus welchem Grund auch immer - nicht gelingt, der kann sich auf jene Poskim verlassen, die ihm den Konsum von bis zu max. zehn Zigaretten am Tag - allerdings nicht in der Öffentlichkeit - einräumten.





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  Rauchen und Judentum
Stephanie Deiters14.08.2012 12:58:36
     
 
  2.
  Kalter Entzug
Claudia Römer30.11.2011 19:01:05
     
 

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