13 Siwan 5779 / Sonntag, 16. Juni 2019 | Thora-Parascha: Schelach Lecha
 
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Kleiner Teufel    

Kleiner Teufel



Dein Kind war mal wieder völlig von der Rolle? Der größte Fehler wäre, sich nun zu denken, dass es absichtlich gehandelt hat ...

 



Dein Kind war mal wieder völlig von der Rolle? Dein Kind hat sich wieder mal unsinnig verhalten? Vielleicht sogar wie ein kleiner Teufel? Der größte Fehler wäre, sich nun zu denken, dass es absichtlich gehandelt hat. Kinder tun nämlich vieles nicht unbedingt absichtlich! Sie hören manchmal einfach nicht sofort auf das, was ihre Eltern ihnen sagen, weil sie erst aus den Reaktionen ihrer Eltern wirklich etwas lernen.
 
Die Information, die ein Kind demnach in seinem Verstand abspeichert, um damit seinen charakterlichen Selbstaufbau zu verwirklichen, ist genau die, die sie aus den Reaktionen seiner Eltern auf sein vorhergehendes Verhalten erkannt hat.
 
Als ich dies einer Mutter sagte, kam sofort der Einwand: „Kinder handeln sehr wohl absichtlich! Sie sind oft sehr berechnend, ja sie drohen manchmal sogar: ‚Wenn du mir jetzt nicht sofort das oder dies gibst, dann ...‘
 
Im Nachhinein scheint es so, als ob diese Mutter mit ihrem Einwand absolut recht hatte und meine aufgestellte These einfach falsch war.
 
Die Mutter hat aber Unsinn erzählt, doch in einem Punkt hatte sie schon recht.
 
Etwas absichtlich zu tun bedeutet tatsächlich, dass man berechnend gehandelt hat. Hier gilt es aber zu unterscheiden zwischen der berechnenden Absicht eines Erwachsenen und der Absicht eines Kindes.
 
Motive eines Erwachsenen für eine berechnende Absicht sind:
 
Egoismus, Hass, Frust, Angst, Antipathie, Karrieregeilheit, Besorgnis, Entsetzen, innere Unruhe, Leichtsinn, übersteigertes Selbstbewusstsein, unbedingter Erfolgswille usw.
 
Wir sehen also, dass ein Erwachsener oftmals berechnend handelt, damit er für sich einen Vorteil bewirkt oder einen Schaden für andere.
 
Zu denken, das ein Kind wirklich in der Lage sei solche Zusammenhänge zu begreifen, ist schlicht unrealistisch, weil es für ein Kind eine wirkliche Überforderung darstellt.  
 
Die Motive eines Kindes für eine berechnende Absicht, liegen in fehlender Erfahrung und dem noch nicht so weit ausgebildeten Verstand. Einem Kind fehlt in vielen Situationen die Möglichkeit, Dinge mit seinem vorhandenen Verstand angemessen zu erfassen. Wir stellen in solchen Situationen fest, es handelt einfach ohne jeden Verstand. Je weniger ein Kind ohne Verstand handelt, umso aggressiver ist oftmals sein Verhalten.
 
Daher merke: Je höher der Grad an fehlender Erfahrung und noch nicht so weit ausgebildetem Verstand, desto höher ist das Gewalt- und Wutpotenzial.
 
Wenn man einem Kind nicht sofort das gibt, was es gerade will und es deshalb „ausflippt“, dann flippt dieses Kind nicht deshalb aus, weil es sich davon einen Vorteil verspricht, sondern weil sein Verstand noch nicht in der Lage ist, die wirklichen Zusammenhänge zu erkennen. Es versteht nicht, dass das Objekt der Begierde vielleicht gerade nicht gut für es ist, oder seine Eltern ihm seinen Wunsch nicht realisieren können, weil ihnen dafür die Mittel oder Möglichkeiten fehlen.
 
Darüber hinaus haben Kinder ein ganz anderes Zeitgefühl als Erwachsene. Ein Kind lebt im absoluten Jetzt, ein Später oder Früher ist für ein Kind nur schwer vorstellbar und deshalb auch kaum akzeptabel. Sobald ein Kind das Objekt der Begierde anvisiert hat, möchte es einfach nur sofort darüber verfügen, ohne sich weiter irgendwelche Gedanken darüber machen zu müssen.
Und hier kommen wir wieder genau zu dem, was ich schon zu Beginn sagte. Kinder tun vieles nicht unbedingt absichtlich! Sie hören manchmal einfach nicht sofort auf das, was ihre Eltern ihnen sagen, weil sie am meisten aus den Reaktionen ihrer Eltern lernen.
 
Wenn ein Kind also etwas möchte und als Antwort ein „Nein“ erhält und es nun deshalb „ausflippt“, dann dürfen wir als Eltern nicht denken, es würde sich absichtlich so katastrophal verhalten!

Ein Kind wertet dieses „Nein“ im wahrsten Sinne des Wortes nur als ein „Nein“, ohne nach weiteren Erklärungen oder Gründen zu fragen. Dieses „Nein“ ist psychoanalytisch für ein Kind einfach nur eine Information der Ablehnung und da ein Kind erst  seinen Verstand entwickeln muss, ist seine Reaktion darauf oft wütend und aggressiv, das Kind wehrt sich gegen eine vermeintliche Ablehnung.
 
Mit diesem „Nein“ erziehen die Eltern ihr Kind, aber die wahre Erziehung beginnt erst, nachdem sie erleben, wie ihr Kind auf das „Nein“ reagiert.
 
Die Eltern sagen „Nein“ und das Kind flippt aus. Jetzt gilt es zu lernen, was es tatsächlich bedeutet, ein Kind zu erziehen, vor allem mit dem nötigen Einfühlungsvermögen für seine Situation. Die Worte und das Verhalten, welche Eltern als Reaktion nun auf das ausflippen ihres  Kindes wählen, speichert ein Kind in seinem Verstand so ab, um damit seinen charakterlichen Selbstaufbau zu verwirklichen. Sein „Ich“ formt ein Kind also vor allem durch die Reaktionen seiner Eltern, auf sein vorhergehendes Verhalten. 
 

Ein Kind muss Schritt für Schritt lernen, dass das Leben sich immer in einem wechselseitigen „Nehmen“ und „Geben“ vollzieht. Mit Hilfe der Worte und Verhaltensweisen besonders seiner Eltern wird sich sein Charakter herausbilden und entwickeln. Damit es sein „Ich“ positiv entwickeln kann, braucht es dazu Eltern, die es einfühlsam begleiten, ihm den nötigen Raum zur Entfaltung schaffen aber auch Grenzen zu seinem Schutz ziehen.

 

 

David Kraus (M.A in Psychologie und Integrativer Psychotherapie | Dipl. Paar- und Familientherapeut | Dipl. Pädagogischer Elternberater) ist Oberrabbiner der Jüdisch-Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland / Israel mit Sitz in Hanau. David Kraus finden Sie bei Facebook.





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