9 Kislew 5781 / Mittwoch, 25. November 2020 | Thora-Parascha: Wajeze
 
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Wie man Elul lieben lernt    

Wie man Elul lieben lernt



Der Monat Elul kann schwierig sein. Wir fühlen uns überfordert, HaShem verlangt so viel, Tshuva, Besserung, tiefe Reue... Wie soll ich das schaffen?

 



Am Anfang wusste ich soviel wie jedes Kindergartenkind. Ich habe eine Karte in Form eines Granatapfels gebastelt und bemalt, und die Kindergärtnerin hat hinein geschrieben: "Entschuldigung von eurer Tochter/eurer Sohn...". Die Karte wurde dann unter dem Tablet der Chalot versteckt und erhielt am Abend von Rosh HaShana die gebührende überraschte Aufmerksamkeit. So habe ich Tshuva getan, bis zur ersten Klasse.

In der ersten Klasse sprach die Lehrerin schon ernster mit uns, dass man im Elul Tshuva tun muss, um nicht unter die Bösewichter gezählt und getötet zu werden. Ich bat also alle Freunde um Vergebung und schrieb detailterte Karten, um sie unter das Tablet der Chalot zu stecken. Immer wenn ich etwas nicht ganz richtig machte, wies man mich zurecht, oder ich mich selbst: Verhält man sich so im Elul? Und ich habe mich sehr geschämt. Und so begann ich, den Monat Elul zu fürchten.

Wer könnte diesen Monat schon lieben? Ich ging davon aus, Elul stünde für "der Löwe geht um, wer würde sich nicht fürchten?!" Das geht sich mit den Buchstaben nicht aus, aber das war mein Gefühl. Löwen und Furcht und es war nicht klar, was man machen muss. Sich entschuldigen, und bedauern, und versprechen, es besser zu machen – aber, so sagte der Rabbiner, nur Dinge, die wir auch wirklich dauerhaft umsetzen können! Ich habe es nie geschafft, etwas wirklich dauerhaft umzusetzen. Wirklich niemals.

 

Ein bisschen wurde dieser schwere Eindruck des Monats Elul erleichtert durch den Fakt, dass ja auch Neujahr war. Ein neuer Ranzen, neue frische Hefte und Bücher. Unbekannte Lehrer und überhaupt eine Athmosphäre von Neuerung. So verging der halbe Monat und drängte die sonst so schwere Athmospäre in den Hintergrund. Aber auch in diesen Neuanfang war die Angst davor gemischt, dass es unabwendlich zu Scheitern kommen würde. Hatte ich nicht auch letztes Jahr neue Hefte bekommen? Und was war am Ende daraus geworden?

Und so wurde Elul zu einer Erinnerung, was wir alles nicht sind – nicht gut genug, nicht genug zu unseren Worten stehen, nicht genug dauerhaft etwas verbessern, nicht genug Mama helfen, nicht wirklich reuig. Viel "nicht".

An den Schöpfer habe ich gar nicht gewagt, zu denken. Wie können wir unser Gesicht zu ihm erheben mit all diesem Scheitern. Er ist bestimmt sehr wütend, immerhin "untersucht er auf Herz und Nieren" und er weiß viel mehr als die Lehrer und Freund und wir selbst, was wir alles falsch gemacht haben. Man könnte sterben vor Scham und Angst, wenn man nur daran denkt! Gegenüber dem Schöpfer blieb mir nur Verzweiflung. Er ist schon lange gegangen, um sich mit seinen Gerechten zu unterhalten. Mit mir hat er nichts zu tun.

So wurde ich erwachsen. Natürlich betete ich trotzdem aus ganzem Herzen und weinte am Ende von Jom Kipur, und spürte, wie die hohen Feiertage mich reinigten und erhoben. Aber irgendwie tief drinnen, war ich traurig, keinen klaren Weg zu haben, der aufsteigt, und da war ein verborgenes, eingenistetes Gefühl von Scheitern. Elul liebte ich immer noch nicht.

 

Aber heute liebe ich diesen Monat so sehr! Wenn ich nur daran denke, was für eine Botschaft er bringt, bekomme ich vor Freude feuchte Augen. Der Monat der Barmherzigkeit und der Vergebung. Wer braucht es nicht, dass man mit ihm barmherzig ist? Dass man ihm vergibt? Ich brauche es. Wir alle.

Endlich, nach allem, was uns dieses Jahr passiert ist, alles was wir versucht haben, was wir geschafft haben und woran wir gescheitert sind, nach Chanuca, und Purim, und Pesach, nach dem Auszug aus Ägypten und dem Empfang der Torah, nach dem langen Sommer, voller Staub von Ausflügen und Chamsin (Hitzewelle) – Dank sei G-tt, kommt der Herbst mit dem Monat Elul. Ein gnädiger Wind streichelt die Wange, und wischt einige Tränen aus den Augen. Das Herz rafft sich auf, in dem echten Willen, Gutes zu tun. Und tief drin im Herz sagt der Heilige, gepriesen, sei er: "Siehst du, mein Kind, dass ich doch alles, was ich will. Gib mir eine winzige Öffnung guten Willens, und ich werde ein ganzes Jahr vor dir auftun, weit und offen, voller neuer Möglichkeiten, neuer Einsichten, neuer Gebete, voller Mitzvot und guten Taten. Wer hat behauptet, ich wäre wütend, wenn du die Möglichkeiten verpasst? Du bist ein Mensch, ihr alle seid Menschen, ich kenne die menschliche Schwäche genau. Ich habe sie schließlich erschaffen. Ich habe Dutzende Engel, die alles perfekt machen. Aber die bedeuten mir nichts gegenüber einem kleinen fetzen Willen von dir, dich mir zu nähern, obwohl es so schwer ist, obwohl du es doch schon oft versucht hast und denkst, du bist gescheitert."

Um Elul lieben zu können, musste ich alles vergessen, was ich gelernt hatte. Und in der folgenden Hilflosigkeit war irgendwo eine kleine Öffnung, durch die HaShem mir riesige Barmherzigkeit und Vergebung eingeflößt hat, und mir als erstes beigebracht hat: Er ist nicht wütend auf mich.

Danach hat er mir beigebracht, dass er mich liebt. Und danach hat er mir beigebracht, ihm zu vertrauen. In den physichen Dingen, Gesundheit und Lebensunterhalt müssen wir ihm vertrauen, also erst recht, wenn es um spirituelle Dinge und die Ewigkeit geht!

Danach habe ich gelernt, mit HaShem zu reden. Über das, worüber ich wirklich reden wollte, was mir schwer fällt, über das Scheitern und die Enttäuschung und die Angst. Und er hat mir aufmerksam zugehört, mit Geduld und Liebe. Und immer war die Antwort: "Also, komm ich bin da. Wir fangen von vorne an, gemeinsam. Du bittest mich, und ich gebe dir. Ich kann und will geben. Nur wünsche dir nicht zu große Dinge. Fangen wir langsam an – für einen Tag, für eine Stunde. Das ist nicht schwer, wenn du mir vertraust und aufhörst, Angst zu haben, und mir das Herz öffnest."

 

Heute ist Elul mein Lieblingsmonat, ich freue mich schon den ganzen Sommer auf ihn, mit seinem freundlichen Wind und neuem Erbarmen. Denn wer braucht kein Erbarmen, wer braucht nicht, dass man ihm vergibt? Wir alle brauchen es.





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