16 Cheschwan 5782 / Freitag, 22. Oktober 2021 | Thora-Parascha: Wajera
 
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Wie lange dauert Pessach?    

Wie lange dauert Pessach?



Manchmal brauchen wir Menschen einen Hinweis auf bestimmte Sachverhalte, bevor wir diese erkennen können.

 



Bemerkungen über zwei jüdische Feste

 

Manchmal brauchen wir Menschen einen Hinweis auf bestimmte Sachverhalte, bevor wir diese erkennen können. Dabei handelt es sich gar nicht um Geheimnisse oder um verborgene Tatsachen; wir waren nur nicht aufmerksam genug und haben deutliche „Spuren“ einfach übersehen. Nachträglich wundern wir uns über die frühere Blindheit.

 

Eine solche Erfahrung verdanke ich einer solide gearbeiteten Abhandlung von Rabbiner Dr. Yoel Bin-Nun über das Pessach-Fest und das Mazzot-Fest; dieser aufschlussreiche Text ist in seinem hebräischen Werk „Zakhor VeShamor“ (Alon Shevut 5775) zu finden. Nähern wir uns der These des renommierten israelischen Tora-Lehrers mithilfe einer schlichten Frage: Wie viele Tage feiern Juden das Pessach-Fest? Sicher werden die meisten Leser sofort die Antwort geben: Im Lande Israel sieben Tage und in der Diaspora einen Tag mehr. Diese Antwort dürfen wir gewiss nicht als falsch bezeichnen; aber man sollte wissen, dass man sich auf den Sprachgebrauch unserer Weisen gestützt hat. Nach dem Wortlaut der Tora ist eine andere Antwort richtig: Das Pessach-Fest wird am 14. Nissan begangen, also nur an einem einzigen Tag.

 

Wie Rabbiner Bin-Nun zeigt, geht aus der Schrift eindeutig hervor, dass Pessach und das siebentägige Mazzot-Fest zwei Feiertage (hebr.: Chagim) sind, die allerdings miteinander verbunden sind. So heisst es im Wochenabschnitt „Pinchas“: „Und im ersten Monat am vierzehnten Tage des Monats ist Gott geweihtes Pessach. Und am fünfzehnten Tage dieses Monats ein Fest: sieben Tage hat man Mazzot zu essen“ (4.Buch Mose 28,16 und 17). Dieselbe Unterscheidung finden wir auch im Wochenabschnitt „Emor“: „Im ersten Monat am vierzehnten des Monats zwischen den beiden Abenden ist das an Gott gerichtete Pessach. Und am fünfzehnten dieses Monats ist das Gott geweihte Mazzotfest; sieben Tage sollt ihr nur ungesäuerte Brote essen“ ( 3.Buch Mose 23, 5 und 6).

 

Sollte jemand vermuten, am vierzehnten des ersten Monats sei das Pessach-Opfer zu bringen, dieser Tag sei aber kein Festtag, so beweist der folgende Tora-Vers die Unhaltbarkeit dieser Auffassung. „Schlachte nicht beim Gesäuerten das Blut meines Opfers und nicht übernachte bis an den Morgen das Opfer des Pessach-Festes“ ( 2.Buch Mose 34,25). Pessach meint also sowohl ein bestimmtes Opfer als auch ein bestimmtes Fest. Bemerkenswert ist, dass das Zweite Pessach, von dem im Wochenabschnitt „Behaalotcha“ ( 4.Buch Mose 9,6 bis 12) die Rede ist, nicht als ein Fest bezeichnet wird.

 

Wenn das Pessach-Fest und das Mazzot-Fest zwei verschiedene Feste sind, dann drängt sich dem Betrachter die Frage nach der unterschiedlichen Bedeutung dieser Chagim auf, die beide an den Auszug aus Ägypten erinnern. Rabbiner Bin-Nun führt aus, dass das Pessach-Opfer, das am 14. Nissan geschlachtet wird und dann am Abend verzehrt werden soll, an die wundersame Errettung aus der Knechtschaft in Ägypten erinnert. Hingegen bringt uns das Verbot von ungesäuertem Brot am siebentägigen Mazzot-Fest zu Bewusstsein, dass die vollkommene Erlösung (hebr.: Ge´ula schlema) nicht gleich mit dem Auszug aus dem Haus der Knechtschaft erreicht wurde. Mazzot symbolisieren die Tatsache, dass ein bestimmter Prozess in Gang gekommen ist, der aber noch nicht zum Abschluss gelangte. Für den abgeschlossenen Prozess steht das gesäuerte Brot (hebr.: Chametz).

 

Eine schwere Strafe, „Karet“ genannt, wird denjenigen Juden angedroht, die am Mazzot-Fest Chametz essen: „Wer Gesäuertes isst, dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel, vom ersten Tage bis zum siebenten Tage“ ( 2.Buch Mose 12,15). Rabbiner Joseph Herman Hertz erklärt in seinem Kommentar zur Stelle: „Hier ist nicht Todesstrafe gemeint, sondern Ausstossung aus der Gemeinschaft Israels, die den Betroffenen einen Heiden gleichmacht.“ Ein Gebot der Tora befiehlt, vor dem Schlachten des Pessach-Opfers am 14. Nissan das Chametz fortzuschaffen (siehe Maimonides, Sefer HaMitzwot, Gebot Nr. 156). Wer das Chametz nicht fortschafft und es am 14. Nissan nachmittags isst, hat zwar eine Mitzwa übertreten, zieht aber nicht die himmlische Karet-Strafe auf sich. Hier zeigt sich erneut, dass man zwischen dem Pessach-Fest und dem Mazzot-Fest unterscheiden muss. Die feierliche Sedernacht verbindet zwischen den zwei Chagim.

 

Schon im Kiddusch am Sedertisch erwähnen wir „diesen Tag des Mazzot-Festes, die Zeit unserer Befreiung.“ Warum sprechen wir im Tischsegen und in den Gebeten der folgenden Woche nicht von Pessach-Fest? Weil nach der Tora Pessach nur einen Tag dauert und nun schon vorbei ist.

 

 

Der Autor ist Psychologe und hat an der Universität Köln gelehrt.





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