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Achtung! Missionierung der Juden    

Achtung! Missionierung der Juden



Missionierung der Juden – gibt es die heute eigentlich noch und wenn ja, wie sieht sie aus? ...

 



Missionierung der Juden – gibt es die heute eigentlich noch und wenn ja, wie sieht sie aus?

 

Um die Antwort gleich vorweg zu nehmen; Ja, sie gibt es, aber sie kommt durch die Hintertür. In einer Welt von über 2,3 Milliarden Christen können wir sicher nicht behaupten, dass wirklich alle Christen versuchen würden, Juden von ihrem Glauben zu überzeugen. 

Wir müssen also zunächst ganz genau beobachten, woher die Bedrohung tatsächlich kommt und auf welche Art Juden herausgefordert werden. Dabei sollten wir zum Zweiten auch die Gründe bzw. die Motivation kennen, die hinter diesem beinahe obsessiven Drang zur Missionierung der Juden steht. 

Und drittens ist es dringend notwendig, die Techniken bzw. die Methoden zu kennen und zu erkennen, mit denen sich Missionare den jüdischen Gemeinden und jüdischen Menschen im Einzelnen nähern und weshalb viele Juden heute so – ich nenne einmal – „verwundbar“ gegenüber diesen Missionierungsversuchen sind. 

 

Zum ersten Punkt.       

        

Wie ich gerade erwähnte, haben wir es heute mit etwa 2,3 Milliarden Christen weltweit zu tun. Diesen stehen gerade einmal 13 Millionen Juden gegenüber.

Wenn wir das Judentum grob in vier Strömungen unterteilen wollen, steht dies in gar keiner Relation zu den weit über 30.000 christlichen Richtungen bzw. Gruppierungen. Das ist für uns sicher erst einmal eine überwältigende Zahl.

Um die ganze Sache jedoch zu vereinfachen, möchte ich mich auf lediglich vier dieser Gruppen konzentrieren, mit denen wir uns befassen sollten. 

 

Das ist zum einen die Kirche Römisch Katholische - sämtliche orthodoxe Richtungen mit eingeschlossen. Diese Richtung umfasst etwa 1,2 Milliarden Menschen, wobei man in der heutigen Zeit sagen kann, dass, von ein paar kleinen Gruppen einmal abgesehen, die Katholische Kirche nicht mehr wirklich stark daran interessiert ist, Juden zu konvertieren. In der Vergangenheit und über viele Jahrhunderte hinweg sah dies natürlich völlig anders aus.  

 

Wesentlich komplizierter ist für uns der Protestantismus. Dass es dort Hunderte, wenn nicht Tausende von Strömungen gibt, - allein die Baptisten sind schon in über 300 verschiedene Gruppen untergliedert - mag einen Grund in der Tatsache haben, dass der Protestantismus keinen Papst, also kein Zentrum im weitesteten Sinne besitzt wie der Katholizismus. 

Um also diese sehr unübersichtliche protestantische Bewegung für uns weiter zu vereinfachen, teile ich sie einmal in eine „liberale“ und eine „konservative“ Richtung.

 

 

Liberal im Sinne von theologischen, sozialen sowie politischen Fragen.

 

Die Liberalen betrachten beispielsweise ihre Bibel nicht als wörtlich zu nehmendes Werk, nicht unbedingt g´´ttlichen Ursprungs, sondern eher geschrieben von „inspirierten“ Menschen.

Auch diese Richtung hat kaum Interesse mehr daran, Juden vom Judentum abzubringen.

Wir können also auch sie außer Acht lassen. 

 

Sehr ernst zu nehmen sind jedoch die konservativen Protestanten, denn diese sind davon überzeugt, dass die Bibel ein wörtlich zu nehmendes Dokument ist.

Und während die liberalen protestantischen Gemeinden heute beinahe vom Aussterben bedroht sind, ist es der konservative Flügel, der seit Jahren den stärksten Mitgliederzulauf hat. 

 

Ebenso dürfen wir die sogenannten modernen christlichen Sekten nicht aus den Augen verlieren, die alle im Laufe der vergangen 150 Jahre entstanden sind. Darunter sind beispielsweise die 7-Tags-Adventisten, die Zeugen Jehovas oder die Mormonen.

Was die Sekten betrifft, können wir generalisierend sagen, dass ausnahmslos alle mehr als nur daran interessiert sind, Juden zu bekehren.

Alle arbeiten ständig und ohne Unterlass an neuen Programmen, die ihre Missionierung optimieren sollen. 

 

Nun fragen wir uns selbstverständlich, weshalb diese Menschen derart daran interessiert sind, Andersgläubige zu missionieren.

Um dies beantworten zu können, müssen wir uns in ihre Glaubenswelt versetzen. 

Johannes 3,16 im NT ist eine der herausragenden Stellen, die uns einer Antwort näher kommen lässt: 

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Diese zentrale Aussage zeigt uns, dass Christen daran glauben, dass G´´tt Seinen Sohn als Messias schickte und Jesus der fleischgewordene G´´tt selbst ist.

 Und im Markusevangelium finden wir in Kapitel 16, Vers 15f: 

„Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ 

Christen glauben, Jesus sei gesandt worden, um für die Sünden der Welt zu sterben und jeder, der an ihn glaubt, werde nicht umkommen,   also nicht in der Hölle brennen, sondern Ewiges Leben erhalten.

Wir sollten uns dabei vor Augen führen, dass konservative Christen, die dies glauben, es auch tatsächlich sehr ernst nehmen.

Wer also nicht an Jesus glaubt, wird ewig in der Hölle brennen.
Und ewig ist nun wirklich keine kurze Zeit; also nicht vielleicht etwa hundert Jahre oder tausend, nein, eine Zeit ohne Ende. 

Wenn wir uns hier also nach ihrer Motivation fragen, Menschen unbedingt missionieren zu wollen, so können wir wohlmeinend behaupten, dass es ihre tiefe Sorge ist, Juden könnten nicht Anteil an der Kommenden Welt haben. Sie empfinden sogar eine gewaltige moralische Verpflichtung darin, ihren Glauben mit allen Menschen zu teilen. 

Wir könnten dies nun einfach so stehen lassen und sagen, was für eine großartige Grundhaltung diese gläubigen Menschen dem Rest der Welt gegenüber doch haben, wäre da nicht eine Frage, die sich mir jedenfalls automatisch stellt:

Weshalb, bei all den Moslems, Hindus, Bahais, Atheisten, Sikhs, Buddhisten usw., die allesamt nicht an Jesus oder zumindest nicht an ihn als fleischgewordenen G´´tt, glauben und daher gemeinsam im Höllenfeuer schmoren müssten, sind es ausgerechnet die Juden, die das   bevorzugte, ganz spezielle Ziel christlicher Missionierung sind? 

Es existiert eine Organisation mit dem Namen „Juden für Jesus“. Sie ist bedauerlicherweise nur eine von Hunderten ähnlicher Gruppen, die sich die „Judenmissionierung“ als oberstes Ziel auf ihre Fahnen geschrieben hat.

 

Fragen wir uns doch einmal, wie viele christliche Gruppen notwendig wären, um 1,6 Milliarden Muslime zu missionieren.

Stünden die Missionierungsbemühungen proportional zur Anzahl der nicht an Jesus glaubenden Menschen auf der Welt, wären zig tausende dieser Organisationen notwendig.

Diese gibt es aber nicht, denn die einzige, derart dramatisch attackierte Gruppe auf der Welt ist das jüdische Volk.

Besucht man einen ihrer Missionierungskongresse, wird man zum Zeugen, dass dort neben Strategien zur fundamentalen Weltbekehrung ausschließlich darüber diskutiert wird, wie man die Juden zum Glauben an ihren Messias Jesus Christus führen kann. 

 

Weshalb ist dies so? 

 

Es gibt eine Menge an Gründen hierfür; hier sollen jedoch nur drei erwähnt werden. 

 

1.   Es ist die christliche Bibel, also das Neue Testament, welches die Christen auf die Juden lenkt. 4/5tel der christlichen Bibel ist im Übrigen die jüdische Bibel. 

Das heißt, ein Christ liest also in der Bibel über Abraham, über König Salomo, über den Tempel in Jerusalem, über die jüdischen Feste etc. etc.

Alles dort ist ziemlich jüdisch also.

Der Christ liest aber auch, dass es sich dort um ein ganz spezielles Volk handeln muss. Es ist von G´´tt auserwählt, es ist der Augapfel G´´ttes, G´´tt segnet diejenigen, die Sein Volk segnen und verflucht jene, dies es verfluchen.

Über Muslime und Buddhisten wird der Christ dort einfach nichts finden.

Alles dreht sich ausschließlich um die Juden. 

Nehmen Christen jedoch dann ihr griechisches Testament, wie erwähnt auch Neues Testament genannt in die Hand, so finden sie ein Buch mit Texten, die sich auf einen Menschen namens Jesus fokussieren. Ein Mensch, der Jude war, von 12 jüdischen Anhängern begleitet wurde, die in Israel lebten und in den Tempel gingen. Sie feierten ihre jüdischen Feste, hielten den Schabbat usw.

Auch dies alles sehr, sehr jüdisch. 

Erstaunlicherweise finden wir als einen der allerersten Sätze, welche dieser Jesus an seine Gefolgsleute richtet, den folgenden in Matthäus 4,19:

„Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“

Jesus fordert hier zwar seine Anhänger auf, nach Menschen zu fischen, schränkt es allerdings in Matthäus 10,5 wieder ein, indem er sagt:

„Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter,   sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel!“

Er will also ausschließlich, dass sie sich um die verlorenen Schafe aus dem Volke Israel kümmern. Er sagt deutlich: „geht nicht zu den Nichtjuden“, damit die Anhänger sie lehren. 

Auch bis hier können wir eigentlich nichts ungewöhnliches, nichts unjüdisches finden. 

Erst ganz am Ende seines Lebens finden wir schließlich in Matthäus 28,19 den Aufruf an seine Jünger:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!“

Der Apostel Paulus schließlich spricht dann in Römer 1,16 davon, dass die „Gute Nachricht“ zuerst zu den Juden zu bringen sei und erst danach zu den Nichtjuden. 

Wir sehen also, dass Christen ihren Auftrag zur Missionierung des jüdischen Volkes direkt aus dem Neuen Testament ziehen. 

 

2.   Man erinnere sich an das Jahr 2000. Viele Menschen hatten damals nicht nur Angst, die Computer könnten versagen oder ähnliches, nein, die Jahrtausendwende machte auch in anderer Hinsicht ziemlich nervös.

Sehr viele Christen erwarteten damals, dass ihr Messias im Jahre 2000 zurückkehren würde. Die Rückkehr des Messias ist immerhin einer der zentralen Glaubensinhalte des Christentums.

Abgesehen davon ist ein überwältigender Teil der Christen davon überzeugt, dass sich die Menschheit in der sogenannten „Endzeit“ befindet und der Messias praktisch schon auf dem Sprung ist zu kommen.

Für uns interessant jedoch ist der Zeitpunkt, zu dem der christliche Messias bzw. seine Rückkehr erwartet wird.           

Und dieser wird in Matthäus 23,39 genannt:

„Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

Als Jude könnte man hier sagen:

„Gut, durchaus nachvollziehbar und sehr jüdisch“, was jedoch viele Christen darunter verstehen ist, dass Jesus erst dann zurückkehren wird, wenn alle Juden ihn als Messias anerkannt haben.

Missionierung der Juden bedeutet daher also für diese Christen, dass sie damit die Rückkehr ihres Messias forcieren können bzw. überhaupt erst die Grundlage für die Rückkehr ihres Erlösers schaffen.

Das Wiedererscheinen Jesu Christi ist also nicht von der Konvertierung der Muslime, Hindus oder Atheisten zum christlichen Glauben abhängig! Nein, ausschließlich die Juden stehen mit ihrer ablehnenden Haltung Jesus gegenüber seiner Rückkehr und damit dem Weltende und der Auferstehung der Toten im Wege. 

Vor dem dritten der als wichtig befundenen Gründe zunächst ein kurzer Einschub:

Der Ausschnitt eines Gesprächs, welches vor einigen Jahren zwischen einem Rabbiner und einem Pastor während einer Ruach-Konferenz (ein Orden, der sich ganz der weltweiten Missionierung verschrieben hat) stattfand.
Der Pastor trat damals auf den Rabbiner zu und meinte:

„Mein lieber Herr Rabbiner, ihr Juden seid doch wirklich unglaublich dumm. Habt ihr die Worte eures größten Rabbis denn vergessen, schließlich glaubt ihr doch so sehr an deren Worte?!“

„Wer soll das denn gewesen sein?“, erwiderte der Rabbiner.

„Nun, Rabbi Akiba ist doch euer größter oder etwa nicht?“

„Na, vielleicht ist er unter den Top-10 zu finden“, lautete die Antwort des schmunzelnden Rabbiners.

„Wie dem auch sei, euer Rabbi Akiba hat doch behauptet, Bar Kochba sei der Messias, nicht wahr? Und da er ganz offensichtlich falsch lag, könnten doch auch eure ganzen anderen Rabbiner irren“, lies der Pastor mit Siegerblick verlauten.

Der Rabbiner zögerte einen Augenblick und meinte leise:

„Stimmt. Woher sollten wir das eigentlich wissen? Vielleicht hatte Rabbi Akiba ja Recht und Bar Kochba war tatsächlich der Messias.

Der Pastor, sichtlich entrüstet schmetterte dem Rabbiner entgegen:

„Was für ein Unsinn! Wie sollte denn Bar Kochba der Messias gewesen sein!? Er wurde doch von den Römern ermordet und hat er etwa Frieden über die Welt gebracht?!“

So viel zu diesem Gespräch.

 

Wenn also Jesus von Nazareth aus christlicher Sicht tatsächlich der Messias war, was hinderte dann die Juden, die doch eigentlich als   „Kenner der Maschiach-Konzeption“ die ersten hätten sein müssen daran, seine Botschaft zu verstehen?

Weil diese drängende Frage förmlich nach einer Antwort schrie, musste sie auch gefunden werden und sie wurde gefunden.

Und nicht nur einmal. Und wiederum ist es das Neue Testament selbst, die sie lieferte:

Es ist der Teufel selbst, der die Augen der Juden verblendet, so dass sie den Messias nicht erkennen können.

2. Korinther 4,3-4:

„Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.“

Und so sprechen viele christliche Prediger von einer sogenannten „spirituellen Blindheit“ oder „Verblendung“ wenn es um die Frage der jüdischen Ablehnung ihres Messias geht.

Voller Inbrunst wird daher in vielen christlichen Gemeinden darum gebetet, der Schleier, der sich über den Augen der Juden befinde, möge sich doch endlich lüften.

Man könnte hier zynisch bemerken, dass diese Denkweise beinahe einen großen Fortschritt bezüglich der Betrachtung der jüdischen Ablehnung des christlichen Messias bedeutet, denn das mittelalterliche christliche Weltbild begnügte sich nicht damit, die Juden nur als durch den Teufel verblendet zu bezeichnen; nein, die Juden waren damals der Satan selbst. 

Somit konnte man eine halbwegs befriedigende Antwort finden. Zwar hätten die Juden selbstverständlich gewusst, dass Jesus der Messias ist, aber sie waren derart böse und verflucht, dass sie Wahrheit einfach nicht akzeptieren wollten.

Die erste Theorie besagt also, dass die Juden verblendet sind durch den Teufel. Dafür können sie nun aber schließlich nichts.

Theorie zwei ist wesentlich prekärer, denn in ihr werden sie als der Teufel selbst beschrieben.

Wohlgemerkt sind beide Ansichten direkt auf das Neue Testament zurückzuführen!

In der heutigen Zeit könnte ein moderner, aufgeklärter Christ vielleicht diese beiden Theorien kennen, ja sie womöglich sogar in Erwägung ziehen, sie jedoch als nicht besonders anständig betrachten.

Er könnte allerdings auch nach einer weiteren, für das Christentum weitaus folgenreicheren Erklärung dafür suchen, weshalb Juden Jesus nicht als Messias akzeptieren; nämlich, dass sie einfach Recht haben!

Diese dritte Möglichkeit wird den meisten Christen jedoch nur schwer über die Lippen kommen, und wenn es sie nicht nur ärgert, so könnte es sie sogar tief ängstigen, wären die Juden im Recht. 

Denkt man einen Schritt weiter so wird klar, dass die Juden eine psychisch-spirituelle Bedrohung Belastung für viele Christen darstellen.

 

Sind also christliche Bemühungen, Juden zu bekehren in Wirklichkeit nicht ebenso der verzweifelte Versuch, sich selbst von ihrem Messias zu überzeugen?

 

In seinem Buch „The true Believer“ weist Eric Haffer übrigens nach, dass Menschen, die besessen von der Idee sind, anderen Menschen ihre Überzeugungen aufzuzwingen, selbst die allergrößten Zweifel am eigenen Glaubensgerüst hegen.

Der verstorbene Geschäftsführer der Amerikanischen Baptistengemeinden, James Christison, hat es in einem Anflug von unglaublicher Ehrlichkeit einmal so formuliert:

„Nichtkonvertierte Juden lassen Christen daran zweifeln, ob Jesus letztendlich wirklich der Messias ist.“ 

Heute, im Zeitalter des Internets, ist das Christentum, welches einmal mit 12 jüdischen Anhängern seinen Anfang nahm, die weltweit am stärksten anwachsende Religion. Von China über Afrika bis Australien.

Und dennoch, da gibt es eine kleine Gruppe, die seit 2000 Jahren scheinbar immun gegenüber all jenen starken Bemühungen der Christenheit zu sein scheint. 

Seit etwa 60, 70 Jahren fragte man sich nun ernsthaft in den Reihen der christlichen Gemeinschaften, woran dies liegen könne und natürlich zugleich auch, wie dies sich ändern lasse.

Bis heute wird recherchiert, analysiert, es werden Konferenzen nach Konferenzen auf allen Kontinenten abgehalten, die sich sämtliche mit der „Judenfrage“ beschäftigen.

Letztendlich wurde dabei festgestellt, dass das Christentum ein gigantisches Public-Relation-Problem hat.

Zumindest aus jüdischer Sicht.

Juden assoziieren Christentum nämlich mit Hass, Verfolgung, Bestrafung, Pogromen, Inquisition, Kreuzzügen, Holocaust, mit Sätzen wie „Ihr dreckigen Juden habt unseren G´´tt getötet!“ und so weiter und so fort.

Seit 2000 Jahren sind dies eben nun einmal Erfahrungen, die Juden mit Christen gemacht haben.

Im Rahmen solcher Missionierungs-Konferenzen stellte man also fest, dass wohl der Grund für die Weigerung der Juden, das Christentum anzunehmen darin zu suchen ist, dass Juden irgendwie das Gefühl haben, von den Christen gehasst zu werden. Leider steckt in dieser Überlegung ein entscheidender Fehler, denn nicht die Angst vor Verfolgung oder Tod würde einen Juden beeindrucken und selbst, wenn alle Christen stets freundlich zu ihnen gewesen wären, hätten die Juden das Christentum abgelehnt und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Weil es für sie nicht wahr ist!

Und dennoch: Diese Organisationen sind einhellig der Ansicht, die erfolgversprechendste Taktik, Juden zu missionieren sei jene, einfach nett zu ihnen zu sein. Zumindest besser als alle anderen, die man an bis heute an ihnen angewendet hat. 

Und nun begegnen wir vielen christlichen Gruppen – vor allem den sogenannten „christlich zionistischen“, deren Motto lautet:

„Wenn wir die Juden und Israel unterstützen, wenn wir den Juden bedingungslose Liebe zeigen, wird es uns gelingen, sie zur Konversion zu bringen.“ 

Nur ein Beispiel der Gruppe Shalom Israel, die ihre Mitglieder darauf hinweist, dass Adolf Hitler nicht der Grund sei, weshalb Juden sich dem Christentum verweigerten, sondern das falsch verstandene Christentum durch die Christen selbst.

Das heißt konkret: Die Christen hätten die Liebe Jesu völlig falsch verstanden und nur ausschließlich dann, wenn Christen diesen Liebesakt an den Juden vollzögen, würde man das Am Jisrael derart beeindrucken können, dass es seinem Glauben den Rücken kehrt.

Sie sind davon überzeugt, dass das negative Image, welches das Christentum bei Juden bis heute hat, der eigentliche Grund für diese Barriere ist.

Nun kann man sich fragen, weshalb Juden heutzutage, selbst jene, die mit Judentum so gar nichts zu tun haben, dennoch auf ihre Identität als Juden Wert legen. Sie fühlen sich jüdisch und wollen ihre Identität nicht aufgeben.

Auf dieses offensichtliche Problem haben sich christliche Missionswerke jedoch längst eingestellt, insofern sie nun plötzlich sagen, dass das Christentum eigentlich jüdisch sei.

Genauer formuliert:
Zum Christentum zu konvertieren ist das jüdischste, was ein Jude überhaupt tun kann.
Jüdischer als an Jesus Christus zu glauben, geht nicht.

Im Gegenteil: An Jesus nicht als den Messias zu glauben, macht den Juden zu einem geringeren Juden. An ihn zu glauben, zu einem besseren.


Wie nun aber soll man diese geniale Lösung den Juden auch schmackhaft machen? Sie sollen sich doch im Christentum komfortabel fühlen.

Juden empfinden nämlich eine enorme Schuld, wenn sie zu einer anderen Religion wechseln. Auch diese Erfahrung hat man in Jahrhunderten der Missionierung bereits gemacht und nun daraus gelernt.

Wie also kann man einem Juden das Gefühl nehmen, er verliere durch Konversion seine Identität?
Darauf lautet die Antwort der heutigen Missionierungs-Bewegung:
„Unser Christentum muss jüdischer riechen, klingen, scheinen; die bittere Pille muss für die Leugner Christi so verpackt werden, dass sie einfacher zu schlucken ist.“

Die Lösung dieser ausgesprochen komplexen Problematik fand man in jener Bewegung, die sich seit einigen Jahrzehnten als „Messianisches Judentum“ bezeichnet.

Sie will Juden verständlich machen, ihr Angebot sei unglaublich jüdisch.

Diese Missionierungsbewegung hat vollkommen verstanden, dass es einem Juden überhaupt nicht liegt, sonntags in die Kirche zu gehen.

Missionare wissen heute, dass Kirchenglasfenster, die irgendeinen unbekannten Heiligen darstellen, einen Juden irritieren und dass er Kreuze, die überall herumhängen, ebenso wenig leiden kann wie Lieder, deren Inhalt das Blut G´´ttes ist. All das ist einem Durchschnittsjuden irgendwie unheimlich. 

Wenn also eine Kirche dem Juden unfamiliär und fremd vorkommt, eine Kirche niemals ein Ort ist, den man mit Freunden und Familie aufsuchen kann, dann muss also eine Umgebung kreiert werden, an der er keinen Anstoß nimmt.

Nennen wir diesen Ort einfach einmal: „Synagoge“.

Und exakt so präsentiert sich beispielsweise die eben genannte Missionsbewegung der sogenannten „Messianischen Juden“.
In ihren „Synagogen“ finden wir keine Kreuze und sicher keine Wandbilder von Heiligen.

Sie nennen sich auch nicht Kirchen, sondern „Beit Schalom“, „Baruch Haschem“, um nur zwei Namen zu nennen.

Sämtliche christlichen Symbole und Namen werden hier vermieden.

Diese Missions-Bewegung adaptiert sämtliche jüdischen Feste und feiert kein Weihnachten oder Ostern mehr.

Ihre Priester nennen sich nun auch nicht mehr Priester, sondern „messianische Rabbiner“, die Jarmulke, Tallith und Ztitzit tragen.

 

Der Neue Bund wird zum „Brit Chadasch“, der Apostel Paulus zu „Raw Schaul“ und ihre christlichen Schulen heißen „Jeschiwot“.


Alles doch unglaublich jüdisch, nicht wahr?

Ein Jude, der eine solche Synagoge betreten würde, wäre vielleicht irritiert, aber nicht total abgeschreckt.

Wie unglaublich weit die Verfremdung alles Jüdischen geht, möchte ich zur Veranschaulichung an einem Beispiel erklären:

Pessach; eines der wichtigsten Feste im Judentum.

Die drei Mazzot auf dem Seder-Tisch symbolisieren nun nicht Cohen, Levi und Israel, sondern werden als „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ verkauft; also die christliche Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. 

Die Löcher in den Mazzot werden durch den Missionar derart erklärt, sie seien ein Symbol für den durchlöcherten Leib Jesu Christi.

Last but not least wird aus dem Afikoman , der zerbrochenen mittleren Mazzah, der durch ein weißes Tuch von den anderen getrennt ist, wieder der Leib Christi, welcher, nachdem man ihn vom Kreuze genommen in weißes Tücher eingewickelt hat.

Mag der eine oder andere nun annehmen, dies sei lediglich ein schlechter Scherz, der wird nun enttäuscht, denn die „Missionars-Pessach-Geschichte“ ist noch steigerbar:

Der versteckte Afikoman, welchen ein jüdisches Kind begierig ist zu suchen, weil danach Geschenke auf es warten, erklärt diese christliche Bewegung als „entrückten Leib Christi, der bis zu seiner Rückkehr verborgen bleibt“.

Dass aus Jesus nun Yeshua geworden ist, ist selbstredend und der „Mikweh-Service“ wird mittlerweile auch nicht mehr allein von den Baptisten angeboten.


Die Kirche hat die Juden gründlich studiert. Dies lässt sich wirklich nicht bestreiten.

Jedes Segment, die kleinste Jüdischkeit wird durch diese Bewegungen derart umgemünzt und uminterpretiert, dass sie zwar jüdisch aussieht, jedoch durch und durch christlich ist und bleibt.

Erschreckend ist, dass diese „messianische Bewegung“ mit ihrem pseudo-jüdischen Auftreten extrem erfolgreich ist. Gab es vor 50, 60 Jahren nur eine Handvoll ihrer Gruppen, ist sie heute um ein tausendfaches auf allen Kontinenten angewachsen.

Nur als Beispiel: 1990 gab es in der gesamten ehemaligen Sowjetunion keine einzige messianische Kongregation. Heute sind allein in der Ukraine schon weit über 100 davon vertreten.
Die messianische Bewegung ist auch sprachlich hochgeschult.

Sie hat die komplette hebräische Terminologie einzig und allein deshalb so systematisch und professionell artentfremdet, um Juden zu täuschen und hin zum Christentum zu ziehen. 

Mittlerweile sind im Übrigen sogar in Israel über 130 dieser missionierenden pseudo-jüdischen Gemeinden aktiv und der Staat Israel lässt sie gewähren.   

Die Juden mögen das auserwählte Volk sein.

Privilegiert oder verflucht liegt ganz im Auge des Betrachters.

Fakt jedoch ist, dass dieses leidgeprüfte Volk einmal mehr auf seine Standhaftigkeit gegenüber mannigfaltigen Angriffen geprüft wird!





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  1.
  Missionierung der Juden – gibt es die heute eigentlich noch und wenn ja, wie sieht sie aus?
Sieghard Knobell24.04.2017 21:05:29
     
 

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