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CHAWA, „die Mutter alles Lebendigen“    

CHAWA, „die Mutter alles Lebendigen“



Die Geschichte von „Gan Eden“, dem Garten Eden, zählt zu den schönsten Kapiteln der Bibel. Oftmals als „Perle des Bereschit“ bezeichnet...

 



Die Geschichte von „Gan Eden“, dem Garten Eden, zählt zu den schönsten Kapiteln der Bibel. Oftmals als „Perle des Bereschit“ bezeichnet, schildert sie den tragischsten Moment in der Beziehung zwischen G´tt und dem Menschen, und dabei spielt es wohl kaum eine Rolle, ob man sie als Gleichnis oder als Tatsachenbericht ansieht.

 

Bei ihrer Interpretation allerdings steht der mahnende Charakter, dem Bösen nicht zu unterliegen, auf der einen Seite, der Aufruf zur wachsamen Unterscheidung zwischen Gutem und Bösem auf der anderen. Oder mit den Worten Jirmijahus: „Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen…!“

 

Düstere Legenden, die über das Verhalten Chawas seit jeher entstanden und teilweise zum Dogma gemacht wurden, kennt das Judentum allerdings nicht.
 

Die Sterblichkeit des Menschen ist nicht dem Verhalten der ersten Frau in der biblischen Geschichte zuzuschreiben, denn der Mensch war von Anbeginn an sterblich.

 

Hätte es ansonsten jenes Teils der Schöpfungsgeschichte, in welchem der ewig zeitlose G´tt zwischen Tag und Nacht unterschied, d.h. Seiner Schöpfung das Attribut der „Zeit“ hinzufügte, überhaupt bedurft, wenn in Seinem „Plan“ keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bereits vorgesehen gewesen wäre?

 

Und erst durch den Baum der „Erkenntnis“, nicht jenem des Lebens, wurde es dem Menschen ermöglicht, die Komplexität G´ttes und Seiner Schöpfung wahrzunehmen bzw. zu erahnen. G´tt selbst wollte dem Menschen „Leben und Tod, Segen und Fluch“ (Dewarim 30, 15-19) vorlegen, damit dieser sich bewusst für das Leben entscheiden könne.

 

Chawa ist somit nicht die Urheberin des Todes; ganz im Gegenteil: Die einzige Frauengestalt, deren Name im Tanach überhaupt erklärt wird, ist die „Mutter alles Lebendigen“ - Em kol chaji“. Chawa ist es, die durch ihr Handeln der Menschheit den Weg zur G´ttes- und Selbsterkenntnis, zu moralischem und ethischem Bewusstsein bereitet und damit der Tora ihren Sinn und ihre Bestimmung verleiht und zur Geltung bringt; nämlich, als Weisung für diese Welt und zum Öffnen der Tore zur anderen, also dem ewigen Leben.

 

Als G´tt den Menschen schuf, tat Er dies nach Seinem Bilde (Bereschit 1,27). Und zwar männlich und weiblich. Es bedurfte einer Ischa, um Isch in die Lage zu versetzen, sich und seine eigene Identität festzustellen. Chawa, als Hilfe „für“ Adam und zugleich „gegen ihn“ eingesetzt, wusste um die Folgen, die das Essen der verbotenen Frucht nach sich ziehen würde, und sie ahnte sicher, dass es ohne ein Wissen um Erkenntnis nicht gehen würde, dass es Teil des g´ttlichen Planes war, selbst wenn dies für sie wie auch alle Frauen Geburtsschmerzen und für den Mann harte Arbeit im Schweiße seines Angesichts um das tägliche Brot bedeuten würde.

 

Bemerkenswert dabei ist, dass G´ttes Ansprache an Chawa später auch nicht mit „verflucht“, so wie es auf den Mann und die Schlange zutrifft, begann.
 

Und… tragen nicht sowohl Ischa als auch Chawa bereits das g´ttliche „H“ in ihrem Namen, welches selbst Abraham sich durch seine G´ttesliebe erst verdienen musste?
 

Auch war es nicht Sarah, die ihren Sohn hätte töten sollen, denn ein so großes Opfer hätte G`tt von einer Frau, deren mächtigster Instinkt die Mutterliebe ist, niemals abverlangt.

 

„Wie G´tt sein“, lautete das Versprechen (Bereschit 3,5), aber es wäre zu einfach, Chawas Greifen nach der Frucht allein mit der Verlockung oder etwa ihre weibliche Schwäche zu erklären. Daneben spricht die Tatsache, dass Chawa die Chance nicht wahrnahm, ihren Fehler einzugestehen, sondern die Schuldfrage an die Schlange weiterleitete, obwohl sie damit womöglich das Blatt der Geschichte hätte wenden können, nicht gegen sie, denn allein durch ihr Handeln wird sie schließlich zur „em kol chaji“, zur Mutter alles Lebendigen und mit der Geburt ihrer drei Söhne Kajin, Hewel und Schet hebt Ischa die G´tt-Mensch-Beziehung auf eine religiöse, irdisch-praktische sowie metaphysische Ebene, worin der Mensch womöglich sogar einen „Vorgeschmack“ auf schriftliche und mündliche Tora sowie die Kabbala erhielt.
 

„Kaniti isch et haSchem“, „Ich habe mit G´tt ein Wesen erschaffen“, sprach Chawa nach der Geburt Kajins. Sie wusste um die Schöpferkraft G´ttes und Er segnete sie mit Fruchtbarkeit.
 

G´ttes über alles Irdische hinausgehende Dimension erkannte Chawa schließlich, als sie bei der Geburt Schets „ki schat li Elokim sera…“ ausrief. HaSchem und Elokim; zwei Namen, die für Schöpfung und Inspiration, Kraft und Ewigkeit stehen.

 

Mit der Erkenntnis G´ttes konnte Seine Stimme zum allerersten Mal im Paradies vernommen werden, war sie zuvor nur ein Hauch.
Mit der Selbsterkenntnis des Menschen, die ohne das Geschenk des freien Willens durch den Schöpfer an ihn niemals möglich gewesen wäre, wurde ein Handeln erforderlich. Wort und Tat sollten eine Synthese eingehen und den Boden für ethisches und moralisches Bewusstsein schaffen genau so, wie es dann die Kinder Israels am Berge Sinai versprachen: „Wir werden tun und wir werden hören (Schemot 24,7).
 

Um G´ttes Plan für Seine Schöpfung zu erfüllen, war Chawa diejenige, die zwar die Wehen zu erdulden hatte, der Menschheit dadurch jedoch zur Geburt verhalf.





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