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Wirkliche Zufriedenheit hängt von der inneren Einstellung ab und nicht von den eigenen Ansprüchen, die sich leicht und regelmäßig steigern lassen.

 



Heute begegnete ich einem Geschäftsmann, der mir über eine seiner Erfahrungen mit seiner Kundschaft berichtete. Es animierte mich dazu, einen Artikel darüber zu verfassen.

 

Vielen Menschen bereitet es große Schwierigkeiten, auszudrücken, was sie wirklich wollen. Ruft beispielsweise ein Kunde in einer Filiale an, hat ein Problem, weiß sich aber nicht richtig auszudrücken oder schlimmstes Falls gar nicht, warum er eigentlich anruft.

 

Einmal rief ich bei einem "Technikfreak" an, weil ich Hilfe benötigte. Er konnte alles fachmännisch bestens erklären, aber sobald es um das Thema "Leben" ging, wusste er nichts zu sagen.

 

Wir sollten uns nicht nur auf unser berufliches Wissen beschränken, sondern auch darüber nachdenken und voller Neugier auf Entdeckungstour gehen und herausfinden, wer wir eigentlich wirklich sind. Das Leben besteht nicht nur aus Fachwissen und Existenz. Leben will gelebt werden. Leben will entdeckt werden. HaShem hat uns in diese Welt gesetzt, damit wir uns auf die Suche nach unserer persönlichen inneren Botschaft machen. Wer ständig nur verdrängt, indem er permanent nur seinen Geschäftigkeiten nachgeht, dessen Seelenleben wird früher oder später aus den Fugen geraten. Solch eine Person wird aus dem Rhythmus geraten, weil sie das Leben meidet und vor ihm flüchtet. Sie existiert nur und ist demzufolge nicht mehr lebendig. Je länger sie ihre Zeit einseitig, langsam erstarrend und blutleer verbringt desto unzufriedener und niedergeschlagener wird sie.

 

Vor dem Leben davon zu laufen, kann viele Gründe haben. Beispielsweise reden sich diese Menschen ein, aufzuhören, sich innerlich und äußerlich zu bewegen. Die Werbung macht vor, wie man mit speziellen technischen Haushaltsgeräten sich das Leben so bequem wie möglich machen kann.

 

Neulich habe ich mir ein Rollo für mein Arbeitszimmer organisiert. Es musste ein spezielles für die Dachschräge sein. Es dauerte lange, bis ich das richtige fand, denn ich möchte schließlich nur die Sonneneinstrahlung etwas dämpfen und aus dem Arbeitszimmer keine Dunkelkammer machen. Die Suche war gar nicht so einfach, denn ich benötigte die Angaben des Fenstertyps, den ich dank eines Tipps gefunden hatte. Es durfte kein Rollo sein, das durch Bohren montiert wird, weil es in einen Kunststoffrahmen gefasst ist. Ebenfalls durfte es keines zum Einhängen sein, weil das bei Dachschräge nicht anzubringen geht, sondern ein spezielles Klemmrollo musste her. Als ich die Preise sah, 70,- Euro aufwärts bis 200,- Euro, da sträubten sich mir die Haare. Aber was wollte ich mit einem automatischen Klemmrollo mit Fernbedienung für 200,- Euro, wenn ich mir das manuelle für 74,- Euro kaufen kann?

Wer es also bequem sein will, muss auch mehr Scheine hinblättern. Überall wird es vorgemacht: Das Leben kann soooo bequem sein, wenn Sie sich dies und jenes anschaffen. Aber braucht man das wirklich alles? Ist nicht weniger mehr (leben)?

 

Betrachten wir einmal Menschen, die auf ganz einfachste Weise leben. Sie bekommen schon im Kindesalter beigebracht, wie man in der Natur mit einfachsten Mitteln überlebt. Sie haben gelernt, ohne Gasfeuerzeug Feuer zu machen, Strickleitern aus Pflanzenfasern zu bauen. Vor einiger Zeit sah ich einen Bericht im TV, wie ein einfaches "Dschungelvolk" sich eine neue Brücke aus Pflanzenfasern baute. Ich glaube, das sind die besten Ingenieure überhaupt. Sie hatten keinen Bauplan dabei, sondern nutzen ihr Wissen darüber, das ihnen von Generation zu Generation überliefert wurde. Die Frauen klopften den Saft aus den dafür benötigten Gräsern und ließen sie in der Sonne trocknen. Nachdem die Pflanzenfasern trocken waren, wurden sie zu langen robusten Zöpfen geflockten und mit dem Stein weich und beweglich geklopft. Lediglich aus diesen zig Meter langen Faserzöpfen bauten sie die Brücke von einem Felsen zum nächsten in erschreckender Höhe. Sie benötigten keine modernen Geräte, um ihre Arbeit zu erledigen. Es war sehr faszinierend zu sehen, wie ganz einfach Völker mit den einfachsten Produkten aus der Natur solche gigantische Bauwerke konstruieren. Ein studierter Ingenieur aus einem westlichen Land wäre gar nicht fähig dazu. Das hört sich vielleicht paradox an. Aber die Menschen der Industrieländer haben verlernt, mit dem Einfachsten, das HaShem uns zur Verfügung stellt, etwas zu erschaffen.

 

Auf unser persönliches Leben bezogen, sollten wir wieder lernen, uns nicht zu sehr von all dem, was uns die Welt der technischen Möglichkeiten zu bieten hat, abhängig zu machen. Natürlich ist technischer Fortschritt wichtig. Aber dennoch sollten wir vor dem Kauf genauestens darüber nachdenken, ob wir das wirklich benötigen oder nicht.

 

Mein bester Berater in solchen Angelegenheiten ist immer Hashem. Das funktioniert tatsächlich :) Was mein Geheimtipp ist? Vor jedem Kauf berate ich mich mit HaShem und bitte ihn um eine Bestätigung. Auf wunderbare Weise gibt Er mir innerhalb von zwei, drei Tagen eine sichtbare Antwort. Und sofort weiß ich dann Bescheid, ich soll es mir kaufen. Vor zwei Wochen erst brauchte ich wieder Seine Beratung. Ich kaufte mir eine LED-Schreibtischlampe. Um die Versandkosten zu sparen bestellte ich mir zum Schnäppchenpreis eine LED-Notleuchte, die wesentlich heller und stromsparender ist als die Taschenlampenfunzel, die ich sonst immer verwendete. Und siehe da, kaum hatte ich die Notleuchte daheim, fiel auch schon nach drei Tagen am Abend die Stromversorgung im gesamten Ort aus. Als eine Bestätigung von HaShem sah ich es in diesem Augenblick, dass es kein Schnulli ist, den ich mir da gekauft habe.

 

Wenn du dir also mal nicht sicher bist, ob du dir etwas Bestimmtes kaufen sollst oder nicht, berate dich ganz einfach mit HaShem. Er ist der Spezialist auf allen Gebieten.

 

Es geht aber nicht nur um den bewussten Konsum von Produkten, sondern auch darum, dass wir auch bewusst darauf achten, was unsere Seele braucht. Unser Leben dürfen wir nicht mit materiellen Gütern befriedigen, denn dies stellt nur einen Moment zufrieden. Man wird mit dem Einfachsten nicht mehr zufrieden sein, will mehr und immer mehr. Am besten höher, weiter, schneller - wie es halt die Werbewelt uns vorgaukelt.

 

Die Welt ist voll von Menschen, die sich Tag für Tag quälen, um sich etwas leisten zu können. Sie geben ihr Letztes, setzen Ehe und Gesundheit aufs Spiel, um sich ihren Wunsch erfüllen zu können. Irgendwann ist der Druck zu groß, sie geben auf, brechen zusammen und stehen vor den Scherben ihres Lebens.

 

Wirkliche Zufriedenheit hängt von der inneren Einstellung ab und nicht von den eigenen Ansprüchen, die sich leicht und regelmäßig steigern lassen. So kann ohne Dankbarkeit gegenüber HaShem zu empfinden der größte Luxus irgendwann zur Selbstverständlichkeit werden.

 

Rabbi Nachman aus Breslev lehrt uns in seinem Werk Likutey Moharan, Band 2, Lektion 19, für die Einfachheit zu beten: "Oh Du, der Du unendlich tiefgründig und doch auch zutiefst einfach bist. Hilf mir, den Weg der Einfachheit zu gehen. Befreie mich von jeder raffinierten Fassade, die meinem endlosen Streben, Dir näher zu kommen, nur hinderlich ist. Hilf mir, mein Leben im Glauben, in Aufrichtigkeit und in vollkommener Einfachheit zu führen."

 

Es gibt viele Menschen, die merken nicht, woran es ihnen in der Seele mangelt. Sie sehen nur, was ihnen an Materiellem mangelt, aber woran es ihrer Seele fehlt, das erkennen sie nicht. Die Seele redet zu jedem einzelnen Menschen, aber sie wird von vielen nur selten wahrgenommen. Warum? Weil den Geschäftigkeiten und den Dingen, die noch zu erledigen sind, mehr Aufmerksamkeit gegeben wird als der Seele. Solche Menschen haben große Angst vor dem, was da alles auf sie zukommen könnte, auch wenn sie sich diese Angst selbst nicht eingestehen. Die Seele will gehört werden, wenn sie leise und bedächtig zu einem spricht. Sie will einiges mitteilen, worüber der Verstand nichts sagen will oder sagen kann. Sie will auch deutlich machen, wo man vor seinem Leben davonläuft und man deshalb aus dem Rhythmus geraten ist.

 

Rabbi Nachman lehrt uns in eines seiner Gebete: "Gott ich will so vieles sein, so vieles tun, unendlich viel erreichen - aber kann denn ein Mensch alles sein, alles tun, alles haben? Du allein kennst das zerbrechliche Gleichgewicht meiner Seele. Du hast mir das Potential verliehen, aus diesem Gleichgewicht ein vollendetes Werk zu schaffen. Nun hilf mir, mich zu einem solchen Werk zu formen, 'nach Deinem Willen'."

 

Fazit ist: Einige Dinge, die wir zu Hause für selbstverständlich halten, benötigen wir in Wirklichkeit nicht. Das Wichtigste, was wir besitzen sollen, ist, das echte Leben zu spüren in seiner ganzen Lebendigkeit.

 

Lass ein Stück Himmel in dein Leben. Lass zu, dass deiner Seele endlich Flügel wachsen. Und mit Freude wirst du feststellen, das Leben hat dich wieder. Du bist glücklich. Du liebst das Leben.





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