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Wer suchet der findet    

Wer suchet der findet



Der Mensch unterscheidet sich von Natur aus von allen anderen Lebewesen dadurch, dass er immer etwas sucht, so, als fehle ihm etwas.

 



Der Mensch - ewig auf der Suche nach einem Weg
 
„Die Grundlage der Frömmigkeit und die Wurzel des lauteren Gottesdienstes sind, dem Menschen zu zeigen, was seine Pflicht auf dieser Welt ist, und worauf er seine Aufmerksamkeit und sein Trachten richten soll in allem, worin er sich müht.“ (Mosche Chaim Luzzato, Pfad der Aufrechten, Kap. 1)
 
Der Mensch unterscheidet sich von Natur aus von allen anderen Lebewesen dadurch, dass er immer etwas sucht, so, als fehle ihm etwas. Die übrigen Lebewesen ruhen, sobald ihre körperlichen Bedürfnisse befriedigt sind und solange sie von äußeren Einflüssen ungestört bleiben. Deswegen ist es in Tiergärten üblich, nicht bis zur Sättigung zu füttern, damit die Besucher die Tiere überhaupt zu Gesicht bekommen. Sie würden sich sonst nämlich faul zurückziehen, während sie so auf der Suche nach Futter im Gehege umherstreifen.
 
Die Menschen dagegen ruhen niemals träge, auch wenn ihre körperlichen Bedürfnisse befriedigt sind und nichts sie stört. In ihrem Innern fühlen sie etwas, das sie umtreibt und eine Antwort auf die Frage suchen lässt, was das Leben sei und wozu man lebe.
 
Man kann die Suche nach der Antwort auf die genannte Frage in demonstrativer Weise betreiben, so wie es der große griechische Philosoph Sokrates tat, der durch die Straßen Athens zog, jeden Bürger anhielt und jedem dieselbe Frage stellte: „Wie soll man leben?“ Sein Leben lang ließ er nicht ab, diese Frage jedem, der ihm über den Weg lief, zu stellen. Einmal erschien er gar am helllichten Tage mit einer brennenden Laterne auf dem Markt und - gefragt, was er denn wohl suche, antwortete er: „Einen Menschen suche ich!“
 
Andere suchen Sinn, indem sie lernen, lesen, nachdenken. Selbst diejenigen, die ein solches Suchen nicht eingestehen, empfinden ein bohrendes Gefühl, das danach verlangt, den Sinn des Lebens zu verstehen. König Salomo sagt im Buch des Predigers (6,7): „Die Seele wird nicht erfüllt.“ Der Mensch fühlt immer einen Mangel, weil in ihm etwas Geistiges existiert, das nach echter geistiger Befriedigung hungert.
 
Der Midrasch (Kohelet Rabba, Parascha 6) beleuchtet dies mit einem Gleichnis: „Es verhält sich gleich einem Bürger, der eine Königstochter heiratete: Auch wenn er ihr alle Kostbarkeiten der Welt herbeibrächte, ist er doch nichts für sie. Weshalb? - Weil sie von den Oberen ist!“
 
Dr. Viktor E. Frankl, der bekannte Wiener Psychologe, hat die seelische Antriebskraft des Menschen untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass es die Suche nach dem Sinn des Lebens sei, was den Menschen antreibe. Und wenn dem Menschen der Sinn seines Lebens nicht einsichtig sei, dann stelle dies eine schwere Störung der seelischen Gesundheit dar. So beschreibt er in seinem Buch „Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn“ das Phänomen der „Sonntagsneurose“ (Viktor E. Frankl, Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Auswahl. München 1979, S. 17): Gerade am arbeitsfreien Tag fielen die Menschen besonders in Depressionen, weil sie die Inhaltsleere ihres Lebens spürten. Es komme, so sagt Frankl, zu Selbstmorden oder auch zu Erscheinungen wie Trunksucht und Kriminalität. In den Krisensituationen, die Rentner und Pensionäre durchmachten, deute sich dasselbe Problem eines sinnentleerten Daseins an.
 
Auch aufgrund seiner Erfahrungen in einem Arbeitslager während des zweiten Weltkrieges kommt Dr. Frankl zu dem Schluss, dass der stärkste Antrieb des Menschen die Suche nach Lebenssinn sei. Sobald der Mensch ihn finde, werde sein Leben gehaltvoll. Dies führe ihn zur Erfüllung, selbst wenn er mit Schwierigkeiten fertig zu werden habe.
 
Die Weisen Israels sagten: „Wenn du nur Brot mit Salz zu essen und Wasser zu trinken hast, auf dem Boden schlafen musst und dein Leben voller Not ist, du dich aber um die Tora mühst, so wird dein Leben ein wirkliches Ziel besitzen; dann wirst du reich sein in dieser Welt und gut wird es dir gehen in der kommenden Welt.“ (Sprüche der Väter 6,4)
 
Dass die Tradition den Reichtum in dieser Welt betont, und nicht nur den jenseitigen Lohn, zeigt an, dass sie nicht einem Selbstbetrug Vorschub leisten wollte, sondern dass ihre Sicht von einem erfüllten Leben wirklichkeitsnah und erprobt ist.
 
Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche sagte: „Wer irgendein ‚Warum’ besitzt, um dessentwillen er lebt, vermag fast alles irgendwie zu ertragen.“
 
Wir wollen uns darum mit diesen Artikeln bemühen, die wirkliche Bedeutung unseres Lebens zu erfassen, damit wir unser Leben nach diesem Sinn ausrichten und es so in bestmöglicher Weise gestalten können.
 
Das mangelnde Wissen um den Sinn des Lebens führt zu selbstzerstörerischen Auffassungen. So bringt der mittelalterliche arabische Philosoph Al-Rasi einen schrecklichen Lebenspessimismus zum Ausdruck, wenn er den Menschen in seiner irdischen Existenz als von Gott mit einem großen Übel bestraft versteht. Wegen dieses Ausspruchs griff ihn Maimonides heftig an. Dennoch kann dieser Satz lehren, wohin die Enttäuschung am Leben führen kann, wenn man seinen Sinn nicht versteht. Es ist bedauerlich, dass dieser Zustand in weiten Kreisen der Bevölkerung verbreitet ist.
 
Dr. Frankl fasst aufgrund der Fülle seiner therapeutischen Erfahrung jenes Gefühl der Sinnleere im Begriff des existenziellen Vakuums (Viktor E. Frankl, aaO., S. 88 uö.) zusammen. Diese Empfindung der Leere sei ein in zwanzigsten Jahrhundert weit verbreitetes Phänomen. Die Traditionen, auf die sich die Lebensführung stützten, lösten sich, so Frankl, immer schneller auf. Keine Tradition sage dem Menschen mehr, wie er sich zu verhalten habe. In immer größerem Maße werde er fremdbestimmt und verfalle so mehr und mehr dem gesellschaftlichen Gleichschritt. Das existenzielle Vakuum spreche aus der Langeweile, die den Psychiatern inzwischen mehr Kopfzerbrechen bereite als Stress und Überbelastung. Diese werde bei wachsender Automatisierung und Technisierung noch zunehmen. Es bleibe uns als Aufgabe, dem Menschen bei seiner Suche nach dem Sinn des Lebens zu helfen und so zum besten aller beizutragen.
 
Wenn wir jemanden fragen: „Was willst du in deinem Leben erreichen?“, so werden wir als Antwort wahrscheinlich erhalten: „Ich will in meinem Leben reich und glücklich sein, und zwar reich an Gesundheit, Einkommen, gesellschaftlicher Stellung, Selbstfindung“. Jeder betont, was ihm am wichtigsten ist. Einige wissen nichts genaues und begnügen sich daher mit einer allgemeinen Definition. Nur wenigen ist bewusst, dass das Geheimnis des Reichtums, des wahren Vergnügens und der echten Freude die Erschließung des Lebenssinnes ist. Der Sinn des Lebens vermittelt dem Menschen das Gefühl, seiner Bestimmung gerecht zu werden. Dies gibt ihm Lebensfreude, wie es auch Rabbi Mosche Chaim Luzzato aufzeigt: „Nach der Tradition der Weisen ist der Mensch geschaffen, um zur geistigen Vollkommenheit zu gelangen, die ihn dem Schöpfer der Welt näher bringt. Das ist wahre und höchste Seligkeit.“ ( Mosche Chaim Luzzato, aaO.)
 
Entsprechend finden wir in unserer Zeit zwei verschiedene Schulen der Seelenforschung: Die Logotherapie, vertreten durch Viktor Frankl, bestimmt das Streben, dem Leben Sinn zu geben, als den entscheidenden Antrieb im Menschen. Demgegenüber sieht ihn die Psychoanalyse Sigmund Freuds im Streben nach Befriedigung.
 
Nach der Überlieferung der Weisen Israels besteht eine Verbindung zwischen dem Bestreben nach Sinn und dem Verlangen nach Befriedigung. Dabei ist die Befriedigung aber nicht materieller, sondern geistiger Art. Sie ist tiefer und wirklichkeitsnäher, da sie auf die tieferen Schichten des Menschen zielt. Wenn sich dem Menschen kein Sinn erschließt, erfährt er viele Enttäuschungen und hat kaum Befriedigung und Freude. Dr. Frankl erkennt etwa im Streben nach Macht und Geld Formen der Kompensation jenes existentiellen Vakuums, jenes Gefühls eines sinnentleerten Daseins.
 
Der wahre Sinn ist also der geistige Sinn, der in der Tat jede Freude am Leben begleitet, wie im folgenden gezeigt werden soll.





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