1 Ijar 5781 / Dienstag, 13. April 2021 | Thora-Parascha: Tazria Mezora
 
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Wehtun mit Worten    

Wehtun mit Worten



Mit Worten weh zu tun, verbietet die Tora. Nechama Leibowitz hat die interessante Frage aufgeworfen, warum jemand diese Sünde begeht ...

 



Zum Wochenabschnitt Behar (Wajikra 25, 1 – 26, 2)

Man betrachte die folgenden zwei Verse, die fast nebeneinander stehen. Wajikra 25, 14 übersetzt Zuns: „Und so ihr verkaufet eine Ware deinem Nächsten oder kaufet von der Hand deines Nächsten, so übervorteilet einander nicht.“ Und Vers 17 lautet: „Und übervorteilet einander nicht, sondern fürchte dich vor deinem Gott; denn ich, der Ewige, bin euer Gott.“ Haben wir eine überflüssige Wiederholung vor uns? Unsere Weisen erklären, dass die Tora von verschiedenen Schadensarten spricht. Zuerst steht das Verbot der finanziellen Übervorteilung (hebr.: Onaaht Mamon), danach das Verbot des Wehtuns mit Worten (hebr.: Onaaht Dewarim). Rabbiner S.R. Hirsch hat diese Interpretation in seiner Übersetzung berücksichtigt: „Und ihr sollt nicht kränken einer den andern.“
 
Raschis Kommentar zum zitierten Vers lautet: „Hier steht eine Warnung gegen Wortkränkungen, er soll nämlich seinen Mitmenschen nicht zum Zorne reizen und ihm keinen solchen Rat erteilen, der für den Beratenen nachteilig und für den Berater vorteilhaft ist. Damit man sich aber nicht entschuldige, dass niemand die Absicht und die Gesinnung kenne, ob sie zum Guten oder zum Schlechten war, so heißt es: ‚fürchte dich vor deinem Gott’, der die Gesinnungen kennt“. Diese Erklärung von Raschi, Onaaht Dewarim bedeute, man solle keinen schlechten Rat geben, hat Rabbiner Jona Merzbach problematisiert. Übertritt ein solcher Ratgeber nicht das Verbot: „Vor einem Blinden lege keinen Anstoß“ (Wajikra 19, 14; siehe Raschi zu dieser Stelle)? Rabbiner Merzbach führt aus, dass Raschi lediglich ein Beispiel aus dem Talmud (Baba Metzia 58b) zusammenfassed referiert hat. Dort wird als ein Beispiel für Onaaht Dewarim gesagt: „Suchen Eseltreiber Futter, so sage man nicht zu ihnen: Geht zu jenem, er verkauft Futter, während man von jenem weiß, dass er niemals Futter verkauft hat.“ Offensichtlich kann man mit einem neckischen Rat gleich zwei Verbote der Tora übertreten.
 
In der Mischna (Baba Metzia, Kap. 4, 10) heißt es, dass man einen Meister der Umkehr (hebr.: Baal Teschuwa) nicht an Sünden erinnern darf, die er früher begangen hat. Die Halachisten haben festgelegt, dass nicht einmal Andeutungen über die Vergangenheit des Baal Teschuwa gemacht werden dürfen. Unter den Beispielen für Onaaht Dewarim, die der Talmud gibt, ist auch eine Bemerkung von Elifas, einem der Freunde von Hiob: „Kommen über jemand Züchtigungen oder begräbt jemand seine Kinder, so spreche man nicht zu ihm wie die Genossen zu Hiob sprachen: ‚Ist deine Gottesfurcht nicht dein Vertrauen, und deine Hoffnung dein redlicher Weg. Bedenke doch, wer kam je schuldlos um’ (Hiob Kap. 4, Verse 6 & 7).“ Amos Chacham erklärt in seinem Hiob-Kommentar, dass Elifas die Absicht hatte, Hiob zu trösten, aber doch hätten seine Trostworte den leidgeprüften Hiob schwer getroffen, weil er von ihm das Eingeständnis erwartete, seine verstorbenen Söhne seien Bösewichter gewesen. Kurz: kränkende Vorwürfe im Unglück sind verboten!
 
Maimonides erwähnt in seinem Kodex (Hilchot Mechira 14, 14) einen Fall von Onaaht Dewarim, den wir im Talmud nicht finden: Wird eine wissenschaftliche Frage erörtert, so dürfe man nicht eine Person, die auf diesem Gebiet sich nicht auskennt, nach ihrer Meinung zum Thema fragen – sie soll wohl nicht in Verlegenheit gebracht werden. Maimonides fügt hinzu – und der Schulchan Aruch (Choschen Mischpat 228, 4) übernimmt diese Feststellung –, dass analoge Fälle ebenfalls als Onaaht Dewarim zu werten sind.
 
Mit Worten weh zu tun, verbietet die Tora. Nechama Leibowitz hat die interessante Frage aufgeworfen, warum jemand diese Sünde begeht. Mit Recht geht sie davon aus, dass kein Mensch sündigt, wenn er dabei nicht irgendeine Befriedigung erlebt. Ihre Antwort lautet: Onaaht Dewarim verschafft dem Redner Überlegenheitsgefühle! Mit anderen Worten gesagt: es sind sadistische Impulse, die zu beherrschen uns die Tora auffordert. Gegen verbale Angriffe dürfen wir uns in angemessener Weise wehren (Sefer HaChinuch, Mitzwa 338), aber auch im Ausnahmefall darf man die Regel nicht aus dem Blick verlieren.
 
Im Wochenabschnitt „Mischpatim“ heißt es: „Und einen Fremdling sollst du nicht kränken und ihn nicht bedrücken“ (Schmot 22, 20). Raschi erklärt, dass hier sowohl von Onaaht Dewarim als auch von Onaaht Mamon die Rede ist. Warum bestimmt die Tora, das Onaah dem Proselyten gegenüber verboten ist – die Onaah-Verbote im Wochenabschnitt „Behar“ sind selbstverständlich auch auf ihn zu beziehen? Der Autor von Sefer HaChinuch (Mitzwa 63) nennt zwei Gründe für die Verdoppelung der Onaah-Verbote. Erstens: Die Tora unterstreicht die Rechte des Proselyten deshalb, weil er nicht wie andere Juden natürliche Verteidiger hat und daher eher als Onaah-Geschädigter in Frage kommt. Und zweitens: die Kränkung eines Proselyten könnte ihn veranlassen, sich wieder vom jüdischen Leben zu entfernen. Reden kann großen Segen bringen, aber auch enormen Schaden bewirken. Die Mitzwot der Tora weisen uns den richtigen Weg.





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