1 Ijar 5781 / Dienstag, 13. April 2021 | Thora-Parascha: Tazria Mezora
 
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Der Tempeldienst    

Der Tempeldienst



Die Bedeutung des Opferdienstes, rationale Begründungen der Gebote. Ob viel oder wenig, wenn man nur sein Herz zum Himmel richtet.

 



Die Bedeutung des Opferdienstes, rationale Begründungen der Gebote. Ob viel oder wenig, wenn man nur sein Herz zum Himmel richtet.

 

Parschat "Wajikra" (3. Buch Moscheh 1,1 - 5,26)

 

Der Tempeldienst

 

Das Buch "Wajikra" ("Leviticus", 3. Buch Moscheh) ist die Fortsetzung des Buches "Schemot" ("Exodus"), welches in dem Vers "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne" (Ex. 25,8) zusammengefasst werden kann. Das Heiligtum verkörpert den großen Fortschritt im Weilen der göttlichen Präsenz in unserer Mitte, dem Anhaltspunkt göttlicher Erleuchtung in der Realität, in einem genau bestimmten Bauwerk. Das Wesen einer der Dienste in diesem Haus ist das Darbringen der Opfer. Den Hauptpunkt des Opferdienstes stellt das Nehmen der Seele des Opfertieres und deren Rückführung zu ihrem Ursprung dar, ein Dienst, der besonders die Zugehörigkeit allen Lebens, dessen der Menschen und dessen der Tiere zu ihrer einen, über ihnen stehenden Quelle hervorhebt. Die Wochenabschnitte "Wajikra - Zaw" handeln speziell vom Opferdienst.

 

Die Bedeutung des Opferdienstes

 

Über die Erklärung der Gründe für den Opferdienst gibt es bei unseren nach-talmudischen Rabbinern ("Rischonim", vor etwa 700-1000 Jahren) verschiedene Ansichten. Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") erklärte im "Führer der Unschlüssigen" (III,32) den Sinn des Opferdienstes mit der Distanzierung vom Götzendienst: die Tora leitet den Menschen anhand realer, irdischer Situationen und deren beschränkenden Auswirkungen. Zwar ist die Tora vom Himmel, aber nicht im Himmel (Dt. 30,12; Baba Mezia 59b); sie befindet sich bei uns auf der Erde, und ihre Anleitungen berücksichtigen die Beschränkungen des Menschen und seiner Lebensrealität, um ihn langsam Stufe um Stufe zu erheben. Zum Beispiel heißt es in Ex. 13,17: "da führte sie G~tt nicht den Weg in das Land der Philister, der doch nahe war; denn G~tt sprach: Es könnte das Volk bereuen, wenn es Krieg vor sich sähe, und nach Ägypten zurückkehren wollen". Obwohl der kürzeste Weg ins Land Israel gerade durch das Land der Philister führt und man von der göttlichen Vorsehung erwarten könnte, uns auf schnellstem und kürzestem Wege ins Land zu befördern - selbst wenn das Volk dadurch zu kriegerischer Auseinandersetzung gezwungen wäre - sehen wir, dass G~tt die seelische Schwäche des jüdischen Volkes berücksichtigt, gerade von lang anhaltendem Sklavendienst befreit und noch nicht kriegsbereit, und darum das Volk einen Umweg machen lässt. So auch bei unserem Thema: Götzenreligionen und ihre Ausübung waren über die ganze Welt verbreitet. Dazu gehörte u.a. das Darbringen von Opfern, was sich auch bei den Kindern Israel eingebürgert hatte. Die Tora, die unter anderem auch die Ausmerzung des Götzendienstes zum Ziel hat, verlangt dies nicht von uns in einem Mal. Sie berücksichtigt die Opferbräuche der Juden und befiehlt nunmehr, G~tt zu opfern, da man nicht auf einmal von einem Extrem ins andere verfallen kann. Die Aufgabe des Opferdienstes wäre demnach gegen die Natur des Menschen gegangen. Die Opfer dienen also als Mittel zum Zweck und als Zwischenstation auf dem Wege der göttlichen Lenkung zur vollkommenen Einheit.

 

Rationale Begründungen der Gebote

 

In dem oben angeführten Werk schreibt Maimonides weiter: "Es steht dem Menschen gut an, die Gesetze der heiligen Tora eingehend zu studieren und den Dingen nach besten Kräften auf den Grund zu gehen ... und G~tt gebot uns, dass der Mensch auch nicht eines [der Gebote] missachte, nur weil er dessen Begründung nicht kenne". Und am Ende des Buches von den Opfergesetzen schreibt er: "Obwohl alle Gesetze der Tora strikte Anordnungen sind, wie wir am Schluss der Gesetze von der Veruntreuung an Heiligem bereits erklärt haben, sollte man darüber Betrachtungen anstellen, und wo du eine Begründung findest - gib ihm die Begründung. Denn schon sagten unsere ersten Weisen, dass König Schelomo die meisten Bedeutungen aller Gesetze der Tora verstand". Demnach kann sich der Mensch mit seinem rational-menschlichen Verstand um das Verstehen der Gebote bemühen, obwohl er wissen muss, dass sein Verstand beschränkt ist und nicht alles verstehen kann. Wenn er also für etwas keine Begründung findet, bedeutet das noch lange nicht, dass die Sache wertlos ist. - Diese Einstellung eröffnet neue Wege zum Verständnis der Methode Maimonides bei der Erklärung der Gebote und ihrer Bedeutung.

 

Ob viel oder wenig, wenn man nur sein Herz zum Himmel richtet

 

Im Talmudtraktat "Brachot" wird die Geschichte erzählt, wie Rabbi Jochanan seinen kranken Schüler Rabbi Elasar besuchen kam und diesen weinend vorfand. Rabbi Jochanan wollte den Grund dieses Weinens herausfinden und fragte ihn unter anderem: "Vielleicht weinst du, weil du nicht genug Tora gelernt hast? Das ist doch kein Grund, denn wir haben gelernt: Ob viel oder wenig, wenn er nur seine Gedanken auf den Himmel richtet" (Brachot 5b). Nicht die Menge entscheidet, sondern das Ausrichten der Gedanken auf unseren Vater im Himmel.

 

Im gleichen Traktat (S. 17a) finden wir den folgenden Wahlspruch der Rabbiner aus Jawne [eine Zeit lang Sitz des Sanhedrins nach der Zerstörung des Tempels]: "Ich bin ein Geschöpf und mein Nächster ist ein Geschöpf" - das heißt 'ich, der sich mit der Tora befasst, bin ein Geschöpf, und ebenso ist mein Nächster vom einfachen Volk ein Geschöpf' (Raschikommentar), "meine Arbeit ist in der Stadt und seine Arbeit auf dem Feld"; "Vielleicht aber sagst du: ich tue viel, er aber wenig, so haben wir gelernt: ob man viel oder wenig tut - wenn man nur sein Herz auf den Himmel richtet". In der Gesellschaft gibt es sowohl Toragelehrte als auch Handwerker, und beide Gruppen haben die Pflicht, sich mit der Tora zu beschäftigen (MaHaRScha ebda.), und wenn sich jeder nach besten Kräften dafür einsetzt, "erhalten sowohl der, der viel tut, als auch der, der nur wenig tut, den vollen Lohn" (Raschi).

 

Die vorgenannte Erklärung stützt sich auf die letzte Mischna des Traktates "Menachot" (Von den Speisopfern), die diese Bedeutung den Versen unseres Wochenabschnittes entnimmt: Beim Vieh-Brandopfer heißt es: "ein Feueropfer angenehmen Geruches" (Lev. 1,9), beim Geflügel-Brandopfer: "ein Feueropfer angenehmen Geruches" (Lev. 1,17), und beim Speisopfer: "ein Feueropfer angenehmen Geruches" (Lev. 2,9) [d.h., alle sind G~tt gleich lieb] - um dir zu sagen: ob viel oder wenig, wenn er nur sein Herz zum Himmel richtet. Und der Talmud bringt dazu einen Vers aus dem Buche Prediger (5,11): "Süß ist der Schlaf des Ackerbauers [nach der talmudischen Auslegung: des Diensttuenden, des Opferbringenden, er braucht seine Sünden nicht zu fürchten], er esse wenig oder viel".

 

Warum sollte man sich dann groß verausgaben? Nun, es versteht sich wohl von selbst, dass hier das individuelle Vermögen maßgeblich ist. Für den Armen bedeutet die Darbringung einer Handvoll Mehl so viel wie für den Reichen ein ganzes Vieh. Es ist eben alles relativ. Und wenn jeder das in seinen Kräften Stehende tut und seine Gedanken vollständig auf den Himmel gerichtet sind, dann gilt "ob viel oder wenig". Von einem aber, der viel tun könnte und sich nur zu einem Bruchteil dessen aufrafft, ist dabei sicher nicht die Rede.

 

Wir haben damit also zwei Richtlinien vor uns, die in gegensätzliche spirituelle Richtungen zielen und einander ergänzen:

 

1. Man muss sich anstrengen, mit ganzer Kraft Tora zu lernen und gute Werke zu vollbringen.

 

2. Man muss mit seinem Anteil zufrieden sein, auch in spiritueller Hinsicht. Das darf allerdings nicht als Ausrede für Trägheit herhalten; zwar heißt es einerseits: "Dir liegt nicht ob, das Werk zu vollenden", aber im gleichen Atemzug: "du bist aber nicht befugt, davon müßig zu bleiben" (Sprüche der Väter 2,21). Man muss sich über das Erreichte freuen, und auf dieser Basis immer weiter hinzufügen.

 

Was außerhalb des Menschenmöglichen steht, gilt als nicht existent; wenn also jemand wirklich geradlinig und ohne sich selbst etwas vorzumachen, alles, was wirklich in seinen Kräften steht, tut, erhält er Lohn für das Wenige wie für das Viele.

 

Der Autor ist Oberrabbiner von Bet El und Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Altstadt von Jerusalem - übersetzt von R. Plaut Chefredakteur von KimiZion.  





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