21 Ijar 5779 / Sonntag, 26. Mai 2019 | Thora-Parascha: Bamidbar
 
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Rote Kuh - Chukat    

Rote Kuh - Chukat



Zu Beginn möchte ich an dieser Stelle eine chassidische Geschichte erzählen; … Unsere Thoralesung der Woche beginnt mit einem Paradox …

 



Zu Beginn möchte ich an dieser Stelle eine chassidische Geschichte erzählen; sie handeln von Rabbi Suscha aus Anipoli (1718 - 1800), dem jüngeren Bruder des großen chassidischen Rabbiners Elimelech Weissblum von Lizhensk (Lejanks in Polen).

Einmal sagte Rabbi Suscha zu seinen Schülern:

„Wenn ich sterbe, wird mich Gott nach meinem Tode nicht fragen: Suscha, warum warst Du nicht so perfekt wie Abraham oder Moses? - Was Er mich dagegen fragen wird ist: Suscha, warum warst Du nicht Suscha?

Die Bedeutung ist, dass wir nicht immer auf andere und deren Potential schauen sollen. Stattdessen sollten wir uns lieber auf unsere Aufgaben und unser individuelles Potential konzentrieren. Was meines Nachbarn Aufgabe in dieser Welt ist, ist noch lange nicht meine…

Unsere Thoralesung der Woche beginnt mit einem Paradox. Wahrscheinlich ist es das größte und berühmteste Paradox in der gesamten Thora und sogar der weise König Salomon (Shlomo HaMelech) verzweifelte an der Logik.

Normalerweise erklärte Gott Moses die Gründe und die Logik sämtlicher Thoragesetze, doch in der Midrasch (Auslegung der Heiligen Schrift [5 Bücher Moses]) lesen wir, dass als Moses Gott nach der Bedeutung der Parah Aduma, der Roten Kuh fragte, er keine Antwort bekam.

Das Thoraabschnittskapitel dieser Woche (Parascha) heißt: Chukat. Das hebräische Wort Chukat steht für Gesetze, die wir mit unserem eingeschränkten menschlichen Verstand nicht zu fassen in der Lage sind. Gott trägt Moses in dieser Parascha also auf, eine Rote Kuh (Parah Adumah) ohne jegliche Schönheitsfehler zu finden und sie in einem bestimmten Ritus durch Priester (Cohanim) verbrennen zu lassen. Danach wird die Asche der Kuh mit Wasser vermischt und unreine Menschen sowie Tempelgegenstände (Geschirr) werden, - nachdem sie mit dem Wasser in Berührung gekommen sind -, dadurch wieder völlig rein. Körperlich genauso wie in ihrer Seele (Neschama). Allerdings wird derjenige, der den Verbrennungsprozess ausführt, dadurch unrein. Und genau darin besteht das Paradox.
 
Wie kann etwas, was eigentlich rein (tahor) macht, andere wiederum unrein (tamei) machen?

Hierzu gibt es viele Kommentare, doch eine erklärende Antwort haben wir nicht. Anscheinend soll uns diese Mitzwah (Gesetz) deutlich machen, dass unser menschlicher Verstand im Gegensatz zu dem allumfassenden Wissen Gottes, nur sehr eingeschränkt funktioniert. Nicht alles was Gott tut oder entscheidet, liegt in unserer Kraft es auch logisch nachzuvollziehen. Die Logik ist vielleicht unser großes Problem, denn wir wollen alles logisch beantwortet haben und wehe dem, wenn es einmal nicht so funktioniert.

Die Mitzwah der Roten Kuh, selbst wenn sie uns unverständlich ist, dürfen wir laut der Gemara im Talmud Traktat Yoma 67b nicht kritisieren. Dort heißt es, dass dieses spezielle Gesetz von Gott stammt und wir keinerlei Recht zur Kritik daran haben. Insgesamt wurden in der jüdischen Geschichte nur neun Rote Kühe verbrannt. Die erste in der Zeit in der Moses noch lebte; und die letzte vor der Zerstörung des Zweiten Tempels. Es heißt, dass die zehnte Rote Kuh vom Meschiach verbrannt wird. Rabbi Zadok HaCohen von Lublin betrachtet die Mitzwah der Roten Kuh als Tikkun (Reparatur der Seele) für das Goldene Kalb (siehe hierzu auch das Buch Noam Elimelech und die Tosafot).

Doch nun stellt sich deshalb auch die Frage: Was ist die eigentliche Bedeutung der Mitzwot (Gesetze), die uns Gott in der Thora aufgetragen hat? Warum das alles?

In der Chassidut wird als Hauptgrund angegeben, dass wir anhand der Erfüllung der Mitzwot eine Devekut (Nähe) zu Gott erreichen. Wir können Gott jedoch nur nahe sein, wenn wir uns in einem reinen Zustand befinden (Magen Avraham), wo wiederum die Rote Kuh mit ihrem Reinigungsprozess ins Spiel kommt. Einen sehr interessanten Kommentar zur Roten Kuh fand ich bei Rabbi Samson Raphael Hirsch. Rabbi Hirsch vergleicht die Roten Kuh und deren spätere Asche mit den zwei menschlichen Eigenschaften; der tierischen und der Göttlichen. Die Tierische steht für die sogenannte "physical world" (physische Welt) und die Göttliche für die sogenannte "upper world" (obere Welt). Unser weltlicher Körper, ausgedrückt durch die Kuh, wird sterben, aber unsere Seele (Neschama), ausgedrückt durch die Asche, wird für alle Ewigkeiten weiterleben.

Das Verbrennen der Roten Kuh musste außerhalb des Lagers der Israeliten bzw. später zu Tempelzeiten außerhalb der Tempel stattfinden. In der Ära des Zweiten Tempels wurde die Kuh auf dem Ölberg verbrannt. In einer Prozession wurde die Kuh dorthin gebracht. Auf dem Ölberg angekommen wurde die Kuh mit einem Seil aus Bast so an einen Pfahl gebunden, dass ihr Kopf nach Süden und ihr Gesicht nach Westen gerichtet war. Der Priester (Cohen) stand in Richtung Osten und mit dem Gesicht nach Westen … (Talmud Parah, Mishna 9).

Die Rote Kuh an sich, bildet sehr vielen Wissenschaftlern ein Rätsel. Wie genau sahen die Kühe aus und wie kam es überhaupt, dass sie damals existierten und heute nicht? Vor einigen Jahren glaubte man, in der Nähe von Haifa eine solche Rote Kuh entdeckt zu haben. Schon meinten viele, dass dann der Meschiach nicht mehr weit sei. Die Euphorie wurde jedoch schnell gedämpft, denn die Rote Kuh war nicht perfekt wie vorgeschrieben. Sie hatte einige schwarze Haare in ihrem ansonsten so roten Fell, was sie unkoscher für ein Verbrennen machte.

Der Paraschainhalt der Roten Kuh, sowie der Tod von Miriam und ihrem Bruder Aharon sollten uns an diesem Schabbat etwas nachdenklich in Bezug auf unser eingeschränktes Wissen und unsere Sterblichkeit stimmen.

Schabbat Schalom
 
 
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