14 Ijar 5779 / Sonntag, 19. Mai 2019 | Thora-Parascha: Bechukotei
 
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„Wa´etchanan“ auf einen Blick    

„Wa´etchanan“ auf einen Blick



Inhaltsangabe - Abschnitt für Abschnitt + Erläuterungen zur Haftarah und Psalm 90 – Selbsterkenntnis und Gebet

 



Inhaltsangabe - Abschnitt für Abschnitt

 
1. Abschnitt (3:23 – 4:4)
 
„WaEtchanan el-haSchem ba‘et hahi lemor …“ - „Damals flehte ich den Ewigen an und bat: …“
 
Mosche fährt fort, sich vom Volk zu verabschieden und erzählt ihm, dass er Gott nochmal gebeten hat, ihm den Einzug in das Land zu erlauben, ER ihm aber verboten hat, nochmals zu fragen. So steigt Mosche auf einen Berg, von wo aus er das Land sehen kann. Gott beauftragt ihn, seine „Vollmachten“ an Jehoschua zu übergeben. Als nächstes erwähnt er nochmal die Gesetze und Statuten (Torah und Mizwot), nach denen das Volk in Erez Israel leben soll. Nichts soll der Torah hinzugefügt werden und nichts soll ausgelassen werden.
Anschließend folgt eine erneute Warnung vor dem Götzendienst.
 
 
2. Abschnitt (4:5 – 4:40)
 
Entgegen aller Warnungen gegen vor Götzendienst prophezeit Mosche, dass eine Zeit kommen wird, in der sich das Volk von Gott abwenden wird und daher aus Erez Israel ins Exil gehen muss. Dann erst wird sich das Volk Gott wieder zuwenden.
Mosche betont die Einzigartigkeit des Volkes Israel und seine besondere Verbindung zu Gott. ER hat das Volk durch Wunder aus der Mitte aller anderen Völker ausgewählt. Und darum verlangt Mosche vom Volk, die Torah und die Mizwot treu zu befolgen. (1)
 
 
3. Abschnitt (4:41 – 4:49)
 
Im dritten Abschnitt bestimmt Mosche drei Städte auf der Erez Israel gegenüberliegenden Seite des Jardens als Zufluchtsorte für jene, die ohne Absicht getötet haben.
 
 
4. Abschnitt (5:1 – 5:18)
 
Mosche beginnt seine Wiederholung der Mizwot damit, nochmals die 10 Gebote (hebr. Asseret haDibrot, siehe auch Paraschat Jitro [Schmot 20:2 ff.]) aufzuzählen: (2)
 
  1. Ich bin dein Gott, der dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
  2. Hab´ keine anderen Götter vor (neben) mir!
  3. Erwähne meinen Namen nicht unnütz!
  4. Erinnere Dich des Schabbats, um ihn zu heiligen!
  5. Ehre Vater und Mutter!
  6. Morde nicht!
  7. Begehe keinen Ehebruch!
  8. Stehle nicht!
  9. Gib kein falsches Zeugnis gegenüber deinem Nächsten ab!
  10. Begehre nicht das Eigentum deines Nachbarn!

 

Er betont, dass dieser Bund nicht nur zwischen Gott und der damaligen, sondern auch für alle künftigen Generationen des jüdischen Volkes gültig ist.
 
 
5. Abschnitt (5:19 – 6:3)
 
Mosche erinnert an jene, die beim Empfang der Torah (Matan Torah) am Sinai zugegen waren. Sie fürchteten sich, Gottes Stimme, die aus der Mitte einer Feuersäule und Rauch kamen, direkt zu hören. Die Stammesanführer kamen damals zu Mosche und sagten ihm, dass er allein die Worte der Torah von Gott direkt hören solle und ihnen sie dann überbringen solle.
 
 
6. Abschnitt (6:4 – 6:25)
 
Der erste Teil dieses Abschnittes beinhaltet den ersten Teil des „Schma Israel“. Dies beinhaltet auch das Gebot der Einheit und der Einmaligkeit Gottes. Das Schma soll zweimal am Tag gesprochen werden. Das Schma führt auch das Gebot an, Tfillin auf dem Arm und dem Kopf zu tragen sowie eine Mesusa am Türrahmen anzubringen.
 
Gott verspricht uns ein Land mit Überfluss, aber wir sollen Gott nicht vergessen, der uns aus Ägypten und der Sklaverei herausgeführt hat.
 
 
7. Abschnitt (7:1 – 7:11) / Maftir (7:9 – 7:11)
 
Schließlich bereit Mosche das Volk darauf vor, dass die Nationen, denen sie in Erez Israel begegnen werden, mächtiger als das Volk Israel sind. Gott aber wird diese sieben kenaanitischen Nationen ob ihrer Götzendienste vernichten. Mosche betont, dass Gott den Bund mit denen halten wird, de ihn leiben und die seine Gebote halten.
 
 
Anmerkungen
 
1.   „WeSot haTorah …“ – „ Und dies ist die Lehre…“ (Dwarim 4:44) wird gesagt, wenn die Torah hochgehoben wird.
2.   Es ist Brauch in der Synagoge zu stehen, wenn die 10 Gebote vorgelesen werden.
 
 
Haftarah: Jeschajahu 40:1 - 40:26
 
In dieser Haftarah erhalten die Propheten durch Jeschajahu von Gott die Botschaft über das Ende der babylonischen Gefangenschaft.
 
 
Psalm 90 – Selbsterkenntnis und Gebet
 
Studiert jemand den Wochenabschnitt Wa'etchanan und dann Psalm 90, um einen Berührungspunkt zu finden, dann springt ein gemeinsames Thema gleich ins Auge. Der Wochenabschnitt beginnt mit einem Gebet von Mosche Rabbenu: 
 
„In jener Zeit flehte ich den Ewigen an und sprach. Herr, Ewiger, du hast angefangen deinem Knechte deine Größe und deine starke Hand zu zeigen. Ja, wo gäbe es einen Gott im Himmel und auf Erden, der es dir in deinen Werken und in deinen Machttaten gleichtun könnte. So lass mich doch hinüberziehen und das schöne Land sehen, dieses schöne Bergland und den Libanon“ (Dewarim 3, 23 bis 25). Und der erste Vers von Psalm 90 lautet: „Gebet (hebr.: Tefilla) von Mosche, dem Manne Gottes. Herr, Zuflucht bist du uns gewesen in allen Geschlechtern.“
 
Wie Raschi in seinem Kommentar zum zitierten Tora-Vers bemerkt, gibt es in der hebräischen Sprache zehn Ausdrücke für das Gebet. „Wa'etchanan“ verweist auf einen Gnadenakt: Mosche Rabbenu hat sich nicht auf seine Verdienste berufen, sondern um ein Gnadengeschenk gefleht. Rabbi Jochanan zog aus dieser Stelle den Schluss, dass ein Geschöpf keine Forderungen an den Ewigen stellen kann (Midrasch Dewarim Rabba 2,1).
 
Eine andere Seite des Gebets wird in Psalm 90 durch den Begriff „Tefilla“ zum Ausdruck gebracht. Wie Rabbiner Hirsch wiederholt bemerkt hat (Chorew, § 618; Kommentar zu Psalm 17, 1), bedeutet Tefilla nicht: Bitte, sondern vielmehr: „
 
Selbstbeurteilung, das Streben nach Gewinnung einer richtigen Erkenntnis vor Gott.“ Dass es bei der Tefilla um Selbsterkenntnis geht, kann man sich am Beispiel von Psalm 90 deutlich machen. Der Psalmist betont die Ewigkeit Gottes: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott“ (Vers 2) und unterstreicht die Vergänglichkeit des Menschen. „Unsere Lebenszeit währt 70 Jahre, und wenn es hoch geht 80 Jahre, und darin drängt sich Elend und Unheil, denn schnell enteilt es und wir müssen davon“ (Vers 10). Wer sich der Begrenztheit seiner Tage bewusst ist, der bittet den Ewigen mit dem Psalmisten: „Lehre uns unsere Tage zählen, damit wir weisen Herzens seien!“ (Vers 12).
 
 
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