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Schabbat - ein Ruhetag für alle?    

Schabbat - ein Ruhetag für alle?



Schabbat - „Freizeitspaß“ für alle oder doch nur ein Bund zwischen Gott und den Juden? Haben nur Juden diese eine Exklusivität des Schabbathaltens?

 



Schabbat ist zunächst ein Geschenk von Gott an alle Menschen und Geschöpfe, was bedeutet, so wie ER am siebten Tag - dem Sabbat - ruhte, so muss auch der Schabbat für den Menschen ein Ruhetag sein, d.h., keine Arbeit zu verrichten, den Tag zu genießen - einfach „Freizeitspaß“ erleben.

 

Da der Schabbat aber auch der Bund zwischen Gott und den Juden darstellt, bekommen Juden also auch eine Exklusivität des Schabbathaltens. Das ein Nichtjude den Schabbat nicht so ehren darf, wie es ein Jude tut, entnehmen wir aus dem Talmud, Traktat Sanhedrin Seite 58. Dort wird dieses Verbot von Reysh Lakish ausgesprochen, der sich auf den Bibelvers im 1. Buch Moses 8,22 bezieht: „Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht!“

 

Wie gesagt, sprechen wir von einem Bund zwischen Gott und den Juden, was heißt, so wie niemand seine Frau mit einem anderen Mann teilen würde, so möchte auch Gott nicht, dass die Exklusivität des Schabbathaltens, welche ja nur für die Juden bestimmt ist, von anderen angewandt wird.

 

Schabbat wird in der Tora als ein Bund bezeichnet, so wie die Beschneidung ein Bund und auch die Tefillin als ein Bund bezeichnet werden. Nur Juden steht die Exklusivität des Schabbathaltens zu, gilt jedoch natürlich erst nach der Erwähnung dieses Prinzips, d.h. nach der Offenbarung der Lehre am Sinai.

 

Vor der Offenbarung durfte jeder Schabbat halten, weil es zu der Zeit noch keine Juden gab, die eine Exklusivität hätten erhalten können. Nach rabbinischer Tradition haben die großen biblischen Persönlichkeiten alle Gebote der Tora befolgt, wobei das „technische Wissen“ wohl von Vater zu Sohn weitergegeben oder am Lehrhaus des Schem gelehrt wurde. (Nach jüdischer Auffassung wurde die Welt nach dem Bauplan der Tora geschrieben, daher ist die Tora älter als die Welt selbst.



Rabbi Joel Schwarz führte in seinem Buch: „Weisung für die Menschheit“ weitere Aspekte auf. So heißt es dort, nach Meinung des Maimonides besteht dieses Verbot aufgrund dessen, dass durch die Schabbatruhe eines Nichtjuden eine Art neue Religion eingeführt würde. Aus der Sicht des Maimonides ist es einem Noachiten dann erlaubt, am Schabbat zu ruhen, wenn dies im Bewusstsein geschieht, dass die Ruhe zwar Israel auferlegt ist, er selbst es jedoch nicht aus religiöser Pflicht tut.



Schon Philo von Alexandrien erwähnt, dass der Schabbat unter den Völkern starkes Interesse gefunden und das Bedürfnis geweckt habe, ihn einzuhalten.



Raschi führt das Verbot auf die Bestimmung der Menschen zurück, die Welt durch ihre Arbeit zu entwickeln, und insofern sie dies unterließen, entzögen sie sich ihres Auftrages. Nach Raschi wäre also dem Noachiten die Schabbatruhe auch dann verboten, wenn er sie nicht aus religiösen Gründen einhielte.



Trotzalledem ist es dem Menschen erlaubt zu ruhen, wenn er der Ruhe bedarf und einen Ruhetag einzuhalten - allerdings nicht als eine religiöse Einrichtung.



Davon abgesehen ziemt es dem Menschen durchaus, eine Art Schabbat zu fühlen und zu erleben; er kann diesen Tag gestalten als Tag des Studiums oder der Ruhe im Schoße der Natur, um die Kreatur zu betrachten und an den Schöpfer der Welt zu denken; dies alles kann er tun, nachdem er irgendeine Art von „Arbeit“ verrichtet hat, wie das Frühstück zu bereiten oder Licht anzuzünden - er muss einfach klar zum Ausdruck bringen, dass er sich nicht der Arbeiten enthält, die das Religionsgesetz Israels für den Schabbat untersagt.



Erich Fromm drang tief ein in das Verständnis des Schabbat. Für ihn symbolisiert der Schabbat einen vollkommenen, harmonischen Zustand zwischen Mensch und Natur und zwischen Mensch und Mensch. Die Nichtarbeit bedeute Verzicht auf jeglichen Eingriff in den natürlichen und sozialen Verlauf der Dinge; wenn auch nur für einen Tag befreie sich der Mensch von den Verkettungen mit der Natur und von den Fesseln der Zeit.



Die volle Bedeutung dieses Gedankens wird verständlich im Zusammenhang mit der biblischen Auffassung von Mensch und Natur. Vor dem Fall lebte der erste Mensch in vollendeter Harmonie mit der Natur. Der erste Ungehorsam „öffnete ihm die Augen“, sodass er zwischen gut und böse zu unterscheiden wusste, sich seiner selbst und seines Mitmenschen bewusst wurde, dem er ähnlich ist und von dem er sich doch durch die jedem Menschen aufgeprägte Eigenart unterscheidet; ihm ist er verbunden durch die Bande der Liebe und bleibt doch allein; hier nahm die menschliche Geschichte ihren Anfang - unter dem Fluch Gottes wegen des Ungehorsams seiner Menschen. Und worin bestand der Fluch? Feindschaft und Kampf wurden ausgerufen zwischen Menschen und Tieren: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir (Schlange) und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ (1. Buch Moses 3, 15), Feindschaft zwischen Mensch und Erde: „Verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist.“ (1. Buch Moses 3, 17 - 19), Feindschaft zwischen Mann und Frau: „Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, er aber soll dein Herr sein.“ (Vers 16 b), Feindschaft zwischen der Frau und ihren natürlichen Aufgaben: „Unter Mühen sollst du Kinder gebären“ (Vers 16 a). Die ursprüngliche Harmonie verwandelte sich durch diesen einseitigen Vertrauensbruch in Gegnerschaft und Kampf.



Was aber ist - in den Augen der Propheten - seitdem das Ziel des Menschen? Umzukehren und in Harmonie zu leben mit dem Nächsten, mit der belebten Welt, mit der Erde und mit der unbelebten Natur. Die neue Harmonie ist anders als die im Garten Eden. Der Mensch muss sie erst gewinnen durch die Entwicklung seiner eigenen Persönlichkeit, dadurch dass er recht lebt, die Wahrheit erkennt und Gerechtigkeit übt. Er wird die Harmonie erlangen, wenn er die Kräfte seiner Vernunft auf den Punkt ausrichtet, der ihn befreit von der Knechtschaft durch andere Menschen und von der Unterjochung durch unvernünftige Begierden. Die Ausblicke der Propheten zeichnen immer wieder diesen Gedanken: Die Erde wird wieder voll ihrer Früchte sein ohne Ende, Schwerter werden zu Pflugschafen, Wolf und Lamm werden miteinander in Frieden wohnen, Krieg wird nicht mehr sein, die Frauen werden ohne Schmerzen Kinder gebären, die ganze Menschheit wird sich um Wahrheit und Liebe vereinen.



Diese erneuerte Harmonie ist die Vollkommenheit, die das Ziel der menschlichen Geschichte ausmacht und in der Gestalt des Messias ihr Symbol findet.



Von dieser Grundlage her können wir erst die volle Bedeutung des Schabbat und seiner Regeln verstehen. Erst so wird verständlich, warum jemand, der den Schabbat hält, das Verbot beachtet, nichts von irgendeiner Pflanze abzureißen oder auch nur ein Taschentuch von einem Grundstück zu einem anderen zu tragen, auch wenn dies von der Schwere der Arbeit her überhaupt nicht ins Gewicht fallen mag.



Es ist den Noachiten nicht auferlegt, den Schabbat so zu halten wie die Israeliten. Dennoch ist es durchaus erlaubt und angemessen, die Idee des Schabbat in erzieherischer Hinsicht aufzunehmen, wie wir oben ausgeführt haben.



Der Schabbat ist ein Vorbote der messianischen Zeit; die Zeit des Messias wird als Tag bezeichnet, der ganz und gar Schabbat ist.



Der Schabbat ist eine Besonderheit des Volkes Israel. Wie wir sehen, begannen die Christen mit dem Schabbat und gingen dann zum Sonntag über; ebenso begannen die Moslems mit dem Schabbat und gingen dann zum Freitag über - einzig Israel hielt am Schabbat fest. So formulierten die Weisen bereits vor 2300 Jahren im Morgengebet am Schabbat: „... und nicht gabst Du ihn (den Schabbat) den Weltvölkern, Du, unser Gott, und nicht hast Du ihn den Götzendienern anvertraut, Du, unser König, sondern Deinem Volk Israel hast Du ihn aus Liebe geschenkt.“



Nichtsdestoweniger kann sich hier jeder Mensch anschließen, ja es gibt sogar die Meinung, dass jeder Noachit, der als befreundeter Beisasse (hebr.: ger toschav - der Noachit, der die sieben Gebote hält, als „ger toschav“ gilt; der Proselyt gilt als „ger zedek“ und wird als Jude im Vollsinn anerkannt) insoweit auf die Schabbatruhe verpflichtet sei, dass er keine unnötige Feldarbeit verrichten soll (Raschi zu Bab.Tal. Jevamoth 48). Es gibt auch Lehrauffassungen, die dem Noachiten jegliche Arbeit am Schabbat untersagen, ausgenommen diejenigen, die den Israeliten an Feiertagen erlaubt sind (Bab.Tal. Kerethoth 9 a), wie etwa zu kochen oder Licht anzuzünden.



Der Schabbat spielt eine zentrale Rolle im Glauben, dass Gott die Welt geschaffen und am siebten Tag geruht hat; zu diesem Glauben gehört das Halten des Schabbat. Und wie ein Noachite an Gott glauben soll, so sollte er auch den Schabbat bewahren, der eine Grundlage des Glaubens bildet.



In der Auslegung durch Rabbiner Samson Raphael Hirsch gibt die Schabbatruhe Zeugnis ab vom Werk des Schöpfers: „So wurden Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer vollendet.“ (1. Buch Moses 2, 1) Sie wurden vollendet. Sie sind nicht nur entstanden in der Zeit - das Kleinste und das Größte, das Einzelne wie das Ganze ist der Ausdruck, die Verwirklichung eines Gedankens dessen, der nicht ruhte, bis er seinen Gedanken ausführt, bis er seinen Gedanken vollendet. Die Vollendung seines Gedankens steht vor dir und Ihm, dem Denkenden, der den Gedanken dieser Welt von Gegensätzen und Harmonie vollendet, so voller Zwietracht und voller Frieden, voller Hass und voller Liebe, Ihn, der den Gedanken dieser so kämpfenden und doch so einheitlichen Welt dachte und vollbrachte, Ihn weist dir der Schabbat.“ (Samson Raphael Hirsch, Gesammelte Schriften, Bd. 1, Frankfurt 1902, S. 175)





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  1.
  Danke
Anonymous,20.01.2015 21:04:34
     
 
  2.
  Schabbat halten....
Cleopatra Hoogstraat18.01.2015 19:11:57
     
 

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