9 Adar 5778 / Samstag, 24. Februar 2018 | Thora-Parascha: Tezawe
 
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Aus den Fünf Büchern Moses lassen sich 365 Verbote und 248 Gebote entnehmen (inklusive der berühmten Zehn Gebote). - Zusammen bilden sie den bekannten Zahlenwert “Tariag (613)“. Die 365 Verbote stehen dabei zum einen den 365 Tagen eines Kalenderjahres und zum anderen den 365 Sehnen bzw. Blutgefässen eines menschlichen Körpers gegenüber. Die 248 Gebote stehen hingegen den 248 Gliedern eines menschlichen Körpers gegenüber. Einer dieser Gebote verkörpert das Anlegen der Tefillin (Gebetskapseln), also der Königskrone, so wie es heißt: Du sollst den Ewigen, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deiner ganzen KraftBinde sie zum Zeichen an deine Hand, und sie seinen zum Stirnschmuck zwischen deinen Augen … “ (5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 5 - 9)

 

An dieser Stelle werden wir nun erklären, wie wichtig das Anlegen der Tefillin für einen Menschen ist, der in seinem Leben etwas erreichen möchte bzw. sich zum Positiven verändern will. In der Medizin ist eine OP im Inneren eines Herzens unmöglich, daher behilft man sich in der Regel der Methode einer Beipassoperation, die dadurch den erwünschten Effekt ins Herz lenkt. Die Tefillin sind so etwas wie ein Beipass, mit der ein jüdischer Mann durch deren Anlegung all seine positiven Träume und Erkenntnisse ins Herz leiten kann, um so die Auslebung zu erreichen.
 
Ein Mensch muss sich darüber im Klaren sein, dass eine von ihm durch seinen Verstand erlangteErkenntnis nicht genügt, um ihn wirklich dazu zu bewegen, etwas in seinem Leben voranzutreiben oder dergleichen. Es bedarf dafür den Schritt der Verschiebung einer vom Verstand erlangten Erkenntnis in sein Herz, so wie es ausdrücklich im Fünften Buch Moses (Kapitel 4, Satz 39) steht: „Erkenne es heute und nimm es dir zu Herzen...“ - “Erkenne es heute“ entspricht einer erlangten Erkenntnis des Verstandes. Und dann heißt es weiter: “Nimm es dir zu Herzen“, d.h. dass man die erlangte Erkenntnis des Verstandes ins Herz transferieren muss. Diesen Vorgang beschleunigen die Tefillin wie oben erläutert.  
 
Solange ein Mensch nur mit der Erkenntnis von etwas Bestimmten in seinem Verstand herumläuft, wird es ihm nicht gelingen, dieser zu folgen, da seiner Erkenntnis eine wichtige Komponente fehlt. Diese fehlende Komponente ist die Beherzigung der Erkenntnis. D.h. dass ein Mensch nur nach der Beherzigung seiner erlangten Erkenntnis imstande sein wird, diese weiter auszuleben und somit beispielsweise an den Platz eines negativen Charakterzuges in seinem Herzen eine positive Erkenntnis des Glaubens zu setzen. Das Herz eines Menschen bildet als eine Art Maler des Charakters den Mittelpunkt aller Charaktereigenschaften, daher kann ein Mensch sich nur mittels der Einsicht und Erkenntnis seines Herzens zum Positiven verändern. - Wie bereits gesagt beschleunigt das Anlegen der Tefillin diesen Vorgang immens!  
 
Der Beweis für die Richtigkeit all dieser Aufführungen ist in der Tatsache zu finden, dass es rund um den Globus etliche Menschen gibt, die auf der einen Seite hochintelligent sind, allerdings auf der anderen Seite über schlechte bis hin zu katastrophalen Charaktereigenschaften verfügen. Der Grund dafür ist die Unreinheit ihres Herzens. - Einen weiteren Beweis für die Richtigkeit dieser Dinge erbringen völlig durchschnittliche Menschen, die weder hochintelligent noch superschlau sind, allerdings aufgrund ihres sauberen und reinem Herzens über hervorragende Charaktereigenschaften verfügen.  
 
Die Übertragung einer erlangten Erkenntnis aus dem Verstand in das Herz hinein erreicht man durch die tägliche Anlegung der Tefillin wie von selbst.
 
Sowohl der Kopfteil (Kopf-Tefillin, hebräisch Tefillin Schel Rosch), als auch der Handteil (Hand-Tefillin, hebr. Tefillin Schel Jad), bestehen jeweils aus einem schwarzen Ledergehäuse (hebr. Ba´it, pl. Batim), worin auf Pergamentrollen folgende Thora-Abschnitte mit einer Feder eines koscheren Tieres und einer nicht verblassenden, speziell aus pflanzlichen Stoffen hergestellten Tinte handschriftlich erfasst werden:
 
2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 1 - 10 („Heilige Mir alles Erstgeborene…“):
 
„Und der Ewige sprach zu Moses: Heilige Mir alles Erstgeborene! Alles, was bei den Kindern Israels zuerst den Mutterschoß durchbricht, sowohl beim Menschen als auch bei den Tieren, gehört Mir. Und Moses verkündete nun dem Volke: Gedenket dieses Tages, an dem ihr aus Ägypten, dem Sklavenhaus, herausgezogen seid; denn mit starker Hand hat euch der Ewige von dort herausgeführt; deshalb soll Gesäuertes nicht gegessen werden. Heute im Frühlingsmonat zieht ihr hinaus. Wenn dich dann der Ewige in das Land der Kanaaniter, Chitthiter, Emoriter, Chiwwiter und Jebussiter bringen wird, das Er dir zu geben deinen Vätern geschworen hat, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, so sollst du in diesem Monat folgendes Brauchtum üben: Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, und am siebenten Tage soll eine Festfeier für den Ewigen stattfinden. Nur ungesäuertes Brot darf diese sieben Tage hindurch gegessen werden. Und Gesäuertes sowie Sauerteig, darf bei dir, also in deinem gesamten Gebiet nicht einmal zu sehen sein. Und an jenem Tage sollst du deinem Sohne erzählen: Dies geschieht um dessentwillen, was der Ewige an mir getan hat, als ich aus Ägypten wegzog. Es soll zu einem Zeichen an deiner Hand sein und zu einem Erinnerungsband zwischen deinen Augen, damit das Gesetz des Ewigen in deinem Munde sei; denn mit starker Hand hat dich der Ewige aus Ägypten herausgeführt. Und deshalb beachte diese Satzung zu ihrer festgesetzten Zeit von Jahr zu Jahr.“
 
2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 11 - 16 („Wenn dich der Ewige in das Land…“): 
 
Wenn dich der Ewige in das Land der Kanaaniter bringen wird, wie Er es dir und deinen Vätern versprochen hat und es dir gibt, so sollst du alles, was zuerst den Mutterschoß durchbricht, dem Ewigen schenken; auch jeder männliche Erstlingswurf des Viehs, der dir zuteil wird, gehört dem Ewigen. Jeden Erstlingswurf des Esels sollst du aber gegen ein Lamm auslösen; und wenn du ihn nicht auslösen willst, dann musst du ihm das Genick brechen. Jede menschliche Erstgeburt unter deinen Söhnen sollst du auslösen. Wenn dich künftig dein Kind fragen wird: Was hat dies zu bedeuten? Dann sollst du ihm sagen: Mit starker Hand hat uns der Ewige aus Ägypten herausgeführt, aus dem Sklavenhaus. Denn als Pharao hartnäckig verweigerte uns ziehen zulassen, da hat der Ewige alle Erstgeborenen im Ägypterland getötet, vom Erstgeborenen bei den Menschen bis hin zum Erstlingswurf des Viehs; darum opfere ich dem Ewigen alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht und den Erstgeborenen unter meinen Söhnen löse ich aus. Und es soll dir zu einem Zeichen an deiner Hand sein und zu einem Merkmal auf deiner Stirn, weil der Ewige uns mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hat.“
 
5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 4 - 9 („Höre Israel! …“): 
 
„Höre Israel! - Der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist Einzig. Du sollst den Ewigen, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deiner ganzen Kraft. Diese Worte, die Ich dir heute befehle, seien in deinem Herzen, schärfe sie deinen Kindern ein und sprich davon, wenn du in deinem Haus sitzt, und wenn du unterwegs bist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Binde sie zum Zeichen an deine Hand, und sie seinen zum Stirnschmuck zwischen deinen Augen. Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und deiner Tore.“
 
5. Buch Moses, Kapitel 11, Satz 13 - 21 („Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret …“): 
 
„Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret, die Ich euch heute gebiete, d.h. den Ewigen, euren Gott zu lieben und Ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, so werde Ich den Regen eures Landes zur richtigen Zeit geben, Frühregen und Spätregen, und du wirst dein Getreide, deinen Most und dein Öl einsammeln. - Und Ich werde dir das notwendige Gras auf deinem Feld für dein Vieh geben; und du wirst essen und satt sein. Nehmet euch in Acht, dass euer Herz nicht betört wird und ihr dadurch abweicht und fremden Göttern dienet und euch vor ihnen niederwerft! Der Zorn des Ewigen würde sich dadurch über euch entbrennen, und Er wird den Himmel verschließen, sodass kein Regen komme, und der Erdboden wird seinen Ertrag nicht geben; und ihr würdet deswegen sehr bald aus dem guten Land schwinden, welches der Ewige euch gibt. Leget diese, Meine Worte in euer Herz und in eure Seele, bindet sie zum Zeichen an eure Hand, und sie seien zum Stirnschmuck zwischen euren Augen. Des Weiteren lehret sie eure Kinder und spreche von ihnen, wenn du in deinem Haus sitzt, und wenn du unterwegs bist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und deiner Tore. - Auf dass eure Tage und die Tage eurer Kinder sich mehren auf dem Boden, den der Ewige euren Vätern geschworen hat, ihn ihnen zu geben, so lange wie der Himmel über der Erde steht.“   
 
Anmerkung: Bei der Herstellung und der Anlegung der Tefillin gibt es sehr viel unterschiedliche Gebräuche bzw. Möglichkeiten. Der wohl größte Unterschied liegt dabei zweifellos in der Meinungsverschiedenheit zwischen Raschi (Rabbi Schlomo Itzchak, der 1040 in der französischen Provinzstadt Troyes geboren wurde und 1105 verstarb. Außerdem lebte er einige Zeit auch in Deutschland, in Mainz und in Worms) und Rabbenu Tam (dem Enkel Raschis, der 1100 im französischen Ramerupt geboren wurde und 1171 in Troyes verstarb).  
 
Raschi setzte damals fest das man die vier Thora-Abschnitte in dieser Reihenfolge in die Ledergehäuse der Tefillin hineinzustecken hat:
 
  • 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 1 - 10 („Heilige Mir alles Erstgeborene…“):
  • 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 11 - 16 („Wenn dich der Ewige in das Land…“
  • 5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 4 - 9 („Höre Israel! …“
  • 5. Buch Moses, Kapitel 11, Satz 13 - 21 („Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret …“
 
Rabbenu Tam war allerdings der Meinung, dass man die Thora-Abschnitte in dieser Reihenfolge in die Ledergehäuse der Tefillin hineinzustecken hat:
 
  • 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 1 - 10 („Heilige Mir alles Erstgeborene…“):
  • 2. Buch Moses Kapitel 13, Satz 11 - 16 („Wenn dich der Ewige in das Land…“)
  • 5. Buch Moses, Kapitel 11, Satz 13 - 21 („Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret …“
  • 5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 4 - 9 („Höre Israel! …“
 
Die Variante Raschis wurde hindessen von der gesamten Welt akzeptiert und übernommen. Allerdings pflegen insbesondere Chassiden und Juden aus dem Süden Europas und aus dem Orient neben der Anlegung der Tefillin Raschis, ebenso die Tefillin Rabbenu Tams täglich anzulegen.

Zum Bestellen äußerst hochwertiger Tefillin - oder einem dazu beratenden Gespräch, schreiben Sie bitte direkt an die E-Mail von Rabbi David Kraus: dk.david.kraus@gmail.com
 

 

 

Die Tefillin heiligen den jüdischen Mann an sich und schenken dem Herz, der Seele und den Sinnen einen positiv spirituellen Segen.
 
Der Handteil (Hand-Tefillin, hebr. Tefillin Schel Jad) - …Binde sie zum Zeichen an deine Hand…“ (5.Buch Moses Kapitel 6, Satz 8):
 
  • Die Hand-Tefillin wird auf den Muskel des linken Oberarms zum Herz zeigend angelegt (Linkshänder legen sie auf den Muskel des rechten Oberarms zum Herz zeigend an). Dies symbolisiert die Einflussnahme auf den Tastsinn eines Menschen, da ein Mensch stets das berühren möchte, nach dem sein Herz sich sehnt oder was es begehrt. Der Grund für den Seitenwechsel eines Links- bzw. Rechtshänders ist die Absicht, dass man die Tefillin an der schwachen Hand anlegen soll. Auf diese Weise besinnt sich ein jüdischer Mann, dass er zum einen ohne die Hilfe Gottes machtlos ist und zum anderen, dass er seine gesamte Kraft ausschließlich von Gott erhält. In der Tefillin-Kapsel (dem Ledergehäuse) befinden sich auf einer Pergamentrolle alle vier Thora-Abschnitte (2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 1 - 10 „Heilige Mir alles Erstgeborene…“ / 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 11 - 16 „Wenn dich der Ewige in das Land…“ / 5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 4 - 9 „Höre Israel! …“ / 5. Buch Moses, Kapitel 11, Satz 13 - 21 „Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret …“), die darauf handschriftlich mit einer Feder eines koscheren Tieres und einer nicht verblassenden, speziell aus pflanzlichen Stoffen hergestellten Tinte erfasst wurden.

 

Der Kopfteil (Kopf-Tefillin, hebräisch Tefillin Schel Rosch) - „…sie seien zum Stirnschmuck zwischen deinen Augen…“ (5.Buch Moses, Kapitel 6, Satz 8):

 

Die Kopf-Tefillin wird im Zentrum des Kopfes, am Anfang der Stirn aufgelegt. Dies symbolisiert die Einflussnahme auf den Seh-, Hör- und Sprachsinn eines Menschen, die vom Kopf - also dem Verstand - gesteuert werden. In der Tefillin-Kapsel (dem Ledergehäuse) befinden sich - auf vier separaten Pergamentrollen verteilt - jede der vier Thora-Abschnitte, die wiederum in einer einzelnen Abteilung unabhängig von der anderen positioniert sind.

 

Die Tefillin verkörpern zweifellos das Fundament des Judentums und deshalb ist nun klar, weshalb jeder Jude dazu verpflichtet ist, diese täglich (von So - Fr) anzulegen.

 

Zu welcher Zeit legt man die Tefillin an?

 

Die Ausführung des Gebots der Tefillin-Anlegung bzw. des Tefillin-Tragens erstreckt sich über den gesamten Tag hinweg. D.h. über den erlaubten Zeitraum, dessen Beginn eine Stunde vor Sonnenaufgang ist, und dessen Ende der Sonnenuntergang ist. Die Tefillin dürfen nur Wochentags angelegt werden, d.h. von Sonntag bis Freitag. Demnach dürfen die Tefillin sowohl am Samstag - also den Sabbat - als auch an Festtagen nicht angelegt werden. Der Grund dafür ist, dass die Anlegung der Tefillin in den Fünf Büchern Moses als ein Zeichen charakterisiert wird, so wie es heißt: …Binde sie zum Zeichen an deine Hand…“ (5.Buch Moses Kapitel 6, Satz 8) Und da der Sabbat in den Fünf Büchern Moses ebenso als Zeichen benannt wird, so wie es heißt: „Die Söhne Israels sollen den Sabbat hüten, den Sabbat feiern in ihren Generationen als ewigen Bund. Zwischen Mir und den Söhnen Israels ist er (der Sabbat) ein ewiges Zeichen…“ (2. Buch Moses, Kapitel 31, Satz 16) dürfen die Tefillin nur werktags (von So - Fr) angelegt werden, da es nicht erlaubt ist, ein Zeichen auf ein anderes zu legen. - In dem Fall darf man das Bundeszeichen der Tefillin nicht auf das Bundeszeichen des Sabbats legen oder umgekehrt. - Festtage werden ebenfalls als Zeichen bezeichnet, da sie so etwas wie den Sabbat darstellen und der Sabbat ein eindeutiges Zeichen verkörpert. An den Zwischenfeiertagen, dem Chol Hamoed, (d.h. den Tagen zwischen dem ersten und dem letzten Tag des Pessach-Festes bzw. des Sukkot-Festes) spalten sich die Gebräuche. Es gibt Traditionen, die das Anlegen der Tefillin erlauben und andere, die das nicht zulassen. Im heiligen Land - in Israel - pflegt man die Tefillin an Zwischenfeiertagen, dem Chol Hamoed nicht anzulegen.      
 
Wie bereits gesagt liegt es in der Pflicht jedes Juden, die Tefillin anzulegen. Dieselbe Pflicht hat selbstverständlich auch jeder Mann der zum Judentum übertreten will bzw. bereits übergetreten ist. Kinder männlichen Geschlechtes sind bis zu ihrem zwölften Lebensjahr von der täglichen Anlegung der Tefillin befreit, allerdings spornt man diese trotz ihrer Befreiung gelegentlich dazu an, die Tefillin anzulegen. Dies hat einen erzieherischen Hintergrund, damit sie sich sozusagen daran gewöhnen, denn sobald ein Kind männlichen Geschlechts seinen dreizehnten Geburtstag erreicht, erlangt er damit ebenso die Pflicht und das Privileg, jeden Tag die Tefillin anzulegen. Frauen und Kinder weiblichen Geschlechtes sind von der grundsätzlichen Anlegung der Tefillin vollends befreit. Ein Grund für ihre Freistellung von der Tefillin-Anlegung ist die grundsätzliche Freistellung von allen Geboten, die zeitabhängig sind. Die Thora gibt den tüchtigen Frauen dadurch eine Schutzstellung, da sie aufgrund der schweren mentalen und körperlichen Volltagsarbeit des Haushaltes, der Kindererziehung und noch vieles mehr, schlichtweg keine Zeit für die Ausführung zeitgebundener Gebote wie z.B. der Anlegung der Tefillin haben.    
 
Weshalb ausgerechnet Tefillin und welche Symbolisierung verbirgt sich darin?
 
Die Tefillin verkörpern den ewigen Bund zwischen Gott und dem Volk Israel, so wie es im 2. Buch Moses (Kapitel 13, Satz 9), also dem Thora-Abschnitt „Heilige Mir alles Erstgeborene…“, der sich in den Tefillin-Kapseln befindet, ausdrücklich steht: „Es soll zu einem Zeichen an deiner Hand sein und zu einem Erinnerungsband zwischen deinen Augen, damit das Gesetz des Ewigen in deinem Munde sei…“
 
Die Anlegungsmethode der Tefillin verkörpern ebenso den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel. Wie bereits gesagt werden die Kopf-Tefillin im Zentrum des Kopfes, am Anfang der Stirn aufgelegt. - Dort wo der Verstand sitzt und sich die Einsicht und das Denken eines Menschen abspielt. Mit der Anlegung der Tefillin auf eben diesem Platz symbolisiert ein Mann, dass er seine gesamte Denkweise sowie seinen gesamten Verstand ausschließlich Gott - und seiner uns gegebenen Thora - widmet. Der Anlegungsplatz der Hand-Tefillin befindet sich auf dem Muskel des jeweils schwächeren Oberarms eines Menschen. Dies symbolisiert zum einen, dass ein Mensch ohne die Hilfe Gottes machtlos ist und zum anderen, dass man jede Kraft die man besitzt ausschließlich von Gott erhalten hat; sowie dass man ohne die Kraft Gottes nicht einmal imstande ist, auch nur einen einzigen Finger zu bewegen.
 
Die Bindung der Gebetsriemen der Tefillin
 
Die Art und Weise wie man sich die Gebetsriemen der Tefillin um seinen Arm wickelt, gleicht dem Bund der Eheschließung. Der weise König Salomon sagte deshalb in seinem von ihm verfassten Hohelied, dass das Volk Israel die Braut und Gott den Bräutigam durch diese Art eines Bundes verkörpern.
 
Ein Mann muss sich den Gebetsriemen der Tefillin siebenmal um den Arm wickeln. - Dies erinnert an die Segenssprüche bei der Hochzeit, der sogenannten Sieben Lobpreisungen (Schewa Berachot). Und dies erinnert wiederum an die ewige Bindung zwischen der Braut und ihrem Bräutigam.
 
Die weiteren Umwicklungen des Gebetsriemens der Tefillin um den Finger erinnern an die Aufsteckung des Eheringes unter dem Baldachin des Brautpaares.  
 
Die Tefillin Gottes
 
Gott verlangt von jedem Menschen auf dieser Erde, dass er Seinen Schritten folgt, so wie es heißt: „…wenn du die Gebote des Ewigen, deines Gottes, beachtest und in Seinen Wegen wandelst.“ (5. Buch Moses, Kapitel 28, Satz 9) Der weise Chafez Chaim (Rabbi Israel Meir Ha´Kohen aus Radin) lehrte uns bezüglich dieses Satzes der heiligen Thora, dass wir uns an den guten Eigenschaften Gottes ein Beispiel nehmen müssen, sodass wir unser tagtägliches Verhalten dem rundum guten Verhalten Gottes anpassen. - So wie Gott barmherzig ist, so müssen auch wir barmherzig sein; so wie Gott geduldig ist, so müssen auch wir geduldig sein; so wie Gott nur das Gute für jeden will, so müssen auch wir nur das Gute für unseren Nächsten wollen; so wie Gott bei allem was er tut, sagt und denkt vom Guten bestimmt wird, so müssen auch wir uns bei jeder Handlung, jedem Denken und jedem Gesprochenen an dem vorgegebenen guten Vorbild Gottes richten und halten!!
 
Demnach besitzt Gott selbstverständlich seine eigenen Tefillin! - Im Babylonischen Talmud (Traktat Berachot) stellen einige unserer Weisen die Frage, woher wir das Wissen nehmen, dass Gott selbst Tefillin besitzt? - Aufgrund der Liebe, die Gott für jeden Einzelnen seines auserwählten Volkes Israel empfindet und uns - so wie jedem Menschen auf dieser Welt - alles vorlebt, ist nun klar, dass er selbst Tefillin besitzt. Daher kamen unsere Weisen zu dem Schluss, dass eben diese Liebe und Verherrlichung des Volkes Israel auf den Pergamentrollen der Tefillin Gottes stehen, so wie es heißt: „… Israel, an dem Ich Mich verherrliche!“ (Jesaja Kapitel 49, Satz 3)
 
Rabbi Nachman aus Breslev schrieb in seinem Buch Likutey Moharan (Band 1, Kapitel 17) im Bezug auf die Tefillin Gottes, dass man die wahre Liebe zu Gott und die Gottesfürchtigkeit ausschließlich von dem Ausnahme-Zaddik (einem außergewöhnlich weisen und gerechten Menschen) der jeweiligen Generation erlangen kann, da nur er diese vorlebt. Rabbi Nachman schrieb weiter, dass dieser Ausnahme-Zaddik bei allem was er tut nur eines im Sinne hat: der Welt zu offenbaren, was der gute Wille Gottes ist. Denn in allem was Gott erschuf, sei es von etwas Winzigen bis hin zu etwas atemberaubend Großem steckt Sein Wille in Form einer Botschaft für uns Menschen.
 
Im Fünftem Buch Moses (Kapitel 10, Satz 20) steht das Gebot:
 
„...an Ihm sollst du hängen...“Wie sollen wir dieses Gebot verstehen? Kann ein Mensch sich wahrhaftig an Gott hängen? - Natürlich nicht, daher liegt es in der Pflicht jedes Einzelnen, dass er sich an weise, gerechte und schriftgelehrte Menschen hängt, deren Leben vom Glauben an Gott bestimmt wird, um so zu lernen, wie sich ein menschenwürdiges Leben gestaltet. Um den Glauben mit voller Überzeugung zu erlangen, bedarf es des Anhängens an die gerechten Menschen der jeweiligen Generationen. Folglich muss ein Mensch nach diesen Menschen suchen und Gott darum bitten, sich ihnen annähern zu können, da man durch den göttlich inspirierten Geist des gerechten Menschen einen heiligen und wahren Glauben erlangt. Doch Achtung! Diese Suche gestaltet sich ausschließlich mittels des Gebets zu Gott! Derjenige der sich einbildet, diesen gerechten Menschen mittels seiner eigenen Wahrnehmung zu finden, irrt! Man kann nicht von A nach B gehen und dabei nach eigenem Verständnis entscheiden, wer dieser gerechte Mensch ist! Daher muss jeder beherzigen, dass sich nur mittels des Gebets dieser außergewöhnliche Mensch finden lässt. In der Zwischenzeit müssen wir auf Gott vertrauen, indem wir Frieden und Liebe auf der Welt verbreiten und uns über niemanden schlecht äußern oder jemanden übel nachreden oder jemanden hassen. Des Weiteren muss uns klar sein, dass dieser gerechte und weise Mensch, nach dem wir suchen, niemals von sich behaupten würde, dass er der Stellvertreter Gottes sei, oder im Namen Gottes dazu aufruft, Gewalt anzuwenden oder dergleichen. Denn das Einzige was Gott will ist, dass die Menschheit an Ihn glaubt und in Frieden miteinander und in Liebe zueinander lebt. Demnach ist dies auch das Einzige was der wahre Zaddik möchte und vorlebt! Und eben durch dieses Vorleben und der Offenbarung des Willen unseres Gottes, kommt Seine Verherrlichung an Seinem auserwählten Volk zum Vorschein. Infolgedessen gibt es eine weitere Bedeutung für Tefillin - Verherrlichen -, da Gott sich schlichtweg an Seinem Volk verherrlicht und deshalb besitzt er zum Zeichen dieser Tatsache selbst Tefillin, in denen steht was Er selbst sagte: „… Israel, an dem Ich Mich verherrliche!“ (Jesaja, Kapitel 49, Satz 3)
 
Im Babylonischen Talmud (Traktat Berachot) stellen einige unserer Weisen im Bezug auf die Tefillin eine weitere Frage, nämlich woher wir das Wissen nehmen, dass die Tefillin die Kraft und eine Zuflucht für das Volk Israel verkörpern? - Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Grund bzw. der Beweis dafür ausdrücklich aus dem Satz des 5. Buches Moses (Kapitel 28 Satz 10) zu entnehmen ist: „Und alle Völker der Erde werden sehen, dass du (das Volk Israel) nach dem Namen des Ewigen benannt bist, und sie werden sich vor dir fürchten.“ D.h., dass die Feinde des Weltfriedens an dem Tag, wenn Israel sich mit geballtem Stolz mit ihren Tefillin schmücken, sich vor ihnen fürchten werden, da sie durch die Tefillin erkennen werden, der Name des Ewigen liegt auf dem Volke Israel.
 
Alles zusammen macht nun unmissverständlich klar weshalb Gott möchte, dass jeder Jude rund um den Globus die Tefillin anlegt, da dies Seine Freude bildet, an der Er sich verherrlicht.
 

 

Die Grundlage für eine ordnungsgemäße Herstellung der Tefillin ist von vielen Gesetzen und Vorschriften geprägt. Wir werden nun mit Gottes Hilfe versuchen die Hauptbestandteile dieser Materie aufzuführen.
 
Ein Tefillin-Set besteht aus zwei Tefillin - eines für den Kopf und eines für den Arm. Sowohl der Handteil (Hand-Tefillin, hebr. Tefillin Schel Jad), als auch der Kopfteil (Kopf-Tefillin, hebräisch Tefillin Schel Rosch)bestehen aus drei Hauptkomponenten:
 
1.Kästchen bzw. Kapseln
 
In die Tefillin-Kapseln, die aus koscherem Leder hergestellt sind steckt man die Schriftrollen. Die Kapseln werden in Feinstarbeit zu gleichmäßig glatten Ebenen geformt. Nachdem man die exakte geometrische Form der Tefillin erreicht hat, werden diese schwarz gefärbt. Bei Betrachtung des oberen Teils der Kapsel sieht man einen 1A-Würfel, der auf dem unteren Teil der Kapsel anliegt. Der untere Teil, der auf dem Kopf oder Arm eines Mannes aufliegt, ist ein flacher Kasten, der breiter als der obere ist. Auf einer Seite dieses flachen Kastens ist ein Hohlraum eingeschnitzt, durch deren Öffnung man die Riemen befestigt. Das Innere der Hand-Tefillin besteht aus einem großen Fach, in das die Rolle mit den vier Thora-Abschnitten gelegt wird. Das Innere der Kopf-Tefillin ist in vier Fächer unterteilt, sodass jeder Thora-Abschnitt auf einem separatem Schriftröllchen in ein eigenes Fach gelegt wird. Des Weiteren steht auf den zwei Außenseiten des oberen Teils der Kopf-Tefillin der hebräische Buchstabe “Schin“. Auf der einen Seite hat dieser Buchstabe vier Spitzen und auf der anderen Seite hat er - wie er tatsächlich geschrieben wird - drei Spitzen. Wenn man die Anzahl dieser Spitzen nun zusammenzählt, erhält man die Zahl Sieben. Sieben steht im Judentum für den Glauben an Gott und verkörpert noch weitere symbolische Ereignisse des Judentums. - Auf einer Seite der Kopf-Tefillin ragt ein kleines Haarbündel, das vom Schwanz eines Kalbes entnommen wurde. Durch diese Symbolisierung vergibt Gott den Juden die Sünde des Goldenen Kalbes, das das Volk Israel nach ihrem Auszug von Ägypten zur Götzenanbetung herstellte.
    
2. Schriftrollen
 
Die Schriftrollen sind Pergamentstreifen, auf denen vier Abschnitte aus der Thora geschrieben sind:
 
  • 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 1 – 10 („Heilige mir alles Erstgeborene…)
  • 2. Buch Moses, Kapitel 13, Satz 11 - 16 („Wenn dich der Ewige in das Land…“) 
  • 5. Buch Moses, Kapitel 6, Satz 4 - 9 („Höre Israel! …“) 
  • 5. Buch Moses Kapitel 11, Satz 13 - 21 („Wenn ihr nun auf Meine Gebote höret …“) - Siehe Oben!

 

In den Arm-Tefillin sind alle vier Abschnitte auf einer einzigen Pergamentschriftrolle geschrieben. In den Kopf-Tefillin hat jeder Thora-Abschnitt seine eigene Rolle. Die Ausbildung zu einem Schreiber und Tefillin-Hersteller dauert - aufgrund der vielen Gesetze und Vorschriften - dementsprechend viele Jahre.

 

3.Riemen
 
 
Die Riemen bestehen aus koscherem Leder. Es gibt Riemen die beidseitig schwarz angemalt sind und Riemen, die nur auf einer Seite schwarz angemalt sind. - Durch die Öffnung des eingeschnitzten Hohlraums des unteren Teils der Kapseln flechtet und verknotet man die Riemen. Die Kopf-Tefillin haben eine große und feste Schlaufe für den Kopf; die Hand-Tefillin eine kleinere und regulierbare Schlaufe für den Oberarm. Der Knoten des Kopfriemens wird in der Form des hebräischen Buchstabens “Dalet” gelegt. Die Hand-Tefillin werden so geknotet, dass man die Form des hebräischen Buchstabens “Jud” erhält. - Die Tefillin ergeben also drei hebräische Buchstaben: Schin, Dalet und Jud. Wenn man diese zu einem Wort zusammenfügt, erhält man das hebräische Wort “Scha´da´i“ (auf Deutsch Allmächtiger), das einen heiligen Namen Gottes verkörpert.
 
Die Qualitätspalette der Tefillin ist - wie bei allen Dingen auf dieser Welt - sehr breit gespannt. Man sollte allerdings stets darauf achten, nur hochwertige Tefillin zu kaufen, da ihre Symbolik - wie bereits ausführlich erläutert - zutiefst spirituell ist.
 
Das vorschriftsgemäße Anlegen der Tefillin 
 
Der Platz für die Anlegung der Hand-Tefillin:
 
 
Die Hand-Tefillin wird sowohl bei den Juden aus Mittel- und Osteuropa, als auch bei den Juden aus dem südlichen Europa und dem Orient auf den Muskel des linken Oberarms - zum Herz zeigend - angelegt (Linkshänder legen sie auf den Muskel des rechten Oberarms - zum Herz zeigend - an).
 
Juden aus Mittel- und Osteuropa legen die Riemen
zum Körper gehend an:
 
 
 
  
Juden aus dem Süden legen die Riemen vom Körper weggehend an:
 
 
 
 
Chassidische Juden legen die Riemen vom Körper weggehend auf die zuerst beschriebene Weise an, und den Juden aus dem Süden bietet sich mit der 2. Weise eine weitere Anlegungsart an:
 
 
Der Platz für die Anlegung der Kopf-Tefillin:
 
 
Die Überprüfung der korrekten Anlegung der Kopf-Tefillin:
  • Prüfung an der Vorderseite des Gesichtes
  • Prüfung am Stirnanfang des Kopfes
  • Prüfung des Knotens an der Rückseite des Kopfes 
  •  
 
 
Der Platz für die richtige Umwicklung der Riemen der Hand-Tefillin um die Hand und dem Finger:
 
Der Stil der Juden aus Mittel- und Osteuropa:
 
 
Stil der Chassidischen Juden:
 
  
Stil der Juden aus dem Süden (Sepharden):
 
 
 

Zum Bestellen äußerst hochwertiger Tefillin - oder einem dazu beratenden Gespräch, schreiben Sie bitte direkt an die E-Mail von Rabbi David Kraus: dk.david.kraus@gmail.com






 
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