Ehrenamtlich – Wajekahel

Inhaltsangabe - Abschnitt für Abschnitt + Erläuterungen der Haftarah und Psalm 61 - Freiwillige Leistungen

3 Min.

ORD Redaktion

gepostet auf 06.04.21

Inhaltsangabe – Abschnitt für Abschnitt

1. Abschnitt (35:1 – 35:20)
 
"WaJak'hel Mosche et-kol-haAdat Bnei Israel waJomer alehem eleh haD'warim …" – "Und es versammelte Mosche die ganze Gemeinde der Bnei Israel und sprach zu ihnen die Worte …", wie ihm G´tt aufgetragen hat. Der sechste Tag, der Schabbat, ist heilig und es darf keinerlei Arbeit verrichtet werden.
 
2. Abschnitt (35:21 – 35:29)
 
Jeder aus dem Volk ist angehalten, freiwillig eine Spende zu geben, um das Mischkan (1) (die "Wohnung" für die Gesetzestafeln) und die Gerätschaften wie den Leuchter (Menora), den Tisch, den Räucheraltar, das Becken, die Vorhänge und die Gewänder der Kohanim herstellen zu können. Männer und Frauen, unter ihnen künstlerisch begabte und weise Frauen sowie Fürsten, kamen und spendeten. Sie spendeten Gold, Silber, Kupfer, Felle, Holz, Stoffe, Öl, Gewürze und Edelsteine.
 
3. Abschnitt (35:30 – 36:7)
 
Bezalel aus dem Stamme Jehudah und Oholiaw aus dem Stamme Dan werden als "Projektleiter" (wie man heutzutage sagen würde) ausgewählt. Sie sollen das Mischkan 1) aus den Spenden errichten und die Gerätschaften und die Gewänder herstellen. Das Volk indes brachte so viele Spenden, dass Mosche dem Einhalt gebot.
 
4. Abschnitt (36:8 – 36:19)
 
Die Kunstverständigen beginnen mit der Anfertigung der Teppiche, die sie miteinander verbinden und errichten daraus ein Zelt. Aus Akazienholz, welches sie mit Gold überzogen, stellten sie die Wände her.
 
5. Abschnitt (36:20 – 37:16)
 
Den Vorhang webten sie aus purpurblauer, -roter und karmesinfarbener (ebenfalls ein Rotton) Wolle. Die Lade, in die die Gesetze gelegt werden sollten, stellte Bezalel eigenhändig aus Akazienholz her. Innen und außen überzog er sie mit Gold und befestigte Ringe für die Tragestangen an den Seiten. Der Deckel besaß zwei Cherubim mit nach oben ausgestreckten Flügeln.
 
6. Abschnitt (37:17 – 37:29)
 
Auch den Leuchter (Menora) mit seinen sieben kunstvoll verzierten Armen goss er aus reinem Gold. Und den Räucheraltar aus Akazienholz überzog er ebenfalls mit einer Goldschicht.
 
7. Abschnitt (38:1 – 38:20) / Maftir
 
Das Kupfer verwendete er zum Überzug für den Ganzopferaltar, der ebenfalls aus Akazienholz bestand. Auch das Becken fertigte er aus Kupfer (welches aus den Kupferspiegeln der Frauen herrührte). Als nächstes errichtete Bezalel auf allen Seiten des Mischkans Vorhöfe aus kunstvoll gewebten Vorhängen.
 
Anmerkungen:
 
1.Mischkan (Wohnung): Raschi führt dazu aus: „Die Wohnung, die unteren Teppiche, die im Inneren sichtbar waren, werden Wohnungen genannt. Ihr Zelt, das ist das Zelt aus Ziegenhaarteppichen, das als Dach für jene gemacht wurde. Und ihre Decke, die Decke aus Widder- und Tachaschfellen.“ (Kommentar zum Pentateuch zu Sch'mot 35:11)
 
Haftarah: I Melachim 7:40 – 7:50
 
Die Haftarah berichtet über Chirom (Chiram), den König Schlomoh beauftragt hat, verschiedene Utensilien für das „Haus des Ewigen“ (hebr. „Beit haSchem“) herzustellen. Dabei wird genau aufgeführt, aus welchem Material die Geräte sein müssen, welche Form sie haben müssen und wie sie genau
herzustellen sind.
 
Psalm 61 – Freiwillige Leistungen
 
Zur Errichtung des Heiligtums in der Wüste haben viele Frauen und Männer beigetragen. Die Tora zählt auf, welche Leute welche Leistungen erbrachten, und zwar auf freiwilliger Basis (siehe Schemot 35, 21-29). Die Künstler, die das heilige Werk in Angriff nahmen, sprachen zu Mosche:
„Das Volk bringt mehr als zur Genüge für den Dienst des Werkes, das der Ewige geboten hat zu machen“ (Schemot 36, 5). Die Freigiebigkeit des Volkes musste am Ende begrenzt werden (Schemot 36, 6 und 7).
In Psalm 61, der dem Wochenabschnitt Wajakhel zugeordnet wurde, ist ebenfalls von freiwilligen Leistungen die Rede, die allerdings nichts mit dem Bau der Stiftshütte zu tun haben. An zwei Stellen spricht der Psalmist von Gelübden (hebr.: Nedarim). Was sind Nedarim? Es handelt sich um Verpflichtungen, die ein Mensch freiwillig auf sich nimmt. In der Tora heißt es:
„Wenn du unterlassest das Geloben, so wird an dir nicht Sünde sein. Was aber Deine Lippen geäußert, sollst Du achten und durch Tat erfüllen, wie du gelobt dem Ewigen, deinem Gott, die freiwillige Gabe, die du mit deinem Munde ausgesprochen“ (Dewarim 23, 23 u. 24).
 
In Vers 6 unseres Psalmes lesen wir:
 
„Denn Du, Gott, hast meinen Gelübden Gehör zugewandt.“ A. Chacham erklärt, dass der Psalmist Gott anfleht, die Nedarim zu erhören, die er für den Fall gelobt hat, dass Gott seine Bitten erfüllen wird. Wir erfahren hier jedoch nicht, welche konkreten Verpflichtungen der Psalmist auf sich genommen hat. Aus Vers 9 können wir jedoch entnehmen, dass er versprochen hat, den Ewigen täglich zu rühmen: „So will ich lobpreisen deinen Namen ewiglich, zu bezahlen meine Gelübde Tag für Tag.“
 
In der Regel sind Nedarim zu vermeiden (siehe meine Ausführungen in: Tora-Gedanken, S. 18 f). Daher drängt sich die Frage auf, warum der Psalmist ein Gelübde gemacht hat. Die Antwort lautet: Der Psalmist bittet um Errettung aus der Not (Verse 2 bis 5), und in einer solchen Situation darf man ausnahmsweise Nedarim machen (Schulchan Aruch, Jore Dea, 203,5).
 

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